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Glossar

Alle wichtigen Akteure und Begriffe rund um das Thema Vereinte Nationen und nachhaltige Entwicklung von A - Z.

COP23

Die COP23 war die 23. UN-Klimakonferenz. Auf den COPs (Conferences of the Parties) kommen jährlich die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention zusammen. Die COP23 fand im November 2017 in Bonn statt. Den Vorsitz hatte der von den Folgen des Klimawandels massiv gefährdete Inselstaat Fidschi. Aus organisatorischen Gründen wurde als Austragungsort der Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn gewählt. Auf der COP23 und den folgenden Klimakonferenzen sollen die Ziele aus dem Klimaabkommen von Paris mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden. Ein Ergebnis der COP23 war die Allianz zum Kohleausstieg, ein Bündnis von über 20 Staaten auf Initiative von Großbritannien und Kanada.

ECOSOC

Dem Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (Economic and Social Council – ECOSOC) gehören 54 Mitgliedstaaten an. Als einem der sechs Hauptorgan der UN kommt ihm die Aufgabe zu, die für wirtschaftliche, soziale, kulturelle und humanitäre Themen zuständigen Sonderorganisationen, Fonds und Programme, Kommissionen und Ausschüsse zu koordinieren. Die Beschlüsse des Rates sind nicht rechtlich bindend, er kann lediglich Empfehlungen abgeben und untersteht zudem der Autorität der Generalversammlung. Eine seiner wichtigsten Funktionen im Bereich Entwicklungspolitik ist die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung der alle vier Jahre stattfindenden Überprüfung der UN-Entwicklungsaktivitäten (Quadrennial Comprehensive Policy Review – QCPR).

FAO

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations – FAO) hat sich zum Hauptziel gesetzt, das Welternährungsproblem zu lösen. Dabei konzentriert sich die in Rom ansässige Organisation auf Entwicklungshilfe, Informationskampagnen, Regierungsberatung und auf ihre Rolle als internationale thematische Informationsschnittstelle. Die FAO spielt besonders bei der Nahrungssicherung und der Verbesserung der Lebensverhältnisse der ländlichen Bevölkerung eine wichtige Rolle. Die Organisation hat derzeit 190 Mitglieder.

Generalversammlung

Die UN-Generalversammlung dient als Forum für globale Diskussions- und Meinungsbildungsprozesse, aus denen sich bestimmte Normen und Standardsetzungen entwickeln. Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben eine Stimme in der Generalversammlung, sie ist eines der sechs Hauptorgane der UN. Aufgrund der Vielzahl an Themen, die in der Generalversammlung behandelt werden, haben die Mitgliedstaaten diese Themenvielfalt, ähnlich wie nationale Parlamente, auf fünf Ausschüsse verteilt. Für die Entwicklungsfragen sind dabei der zweite (Wirtschaft und Finanzen) und dritte Ausschuss (Soziales, Humanitäre Fragen und Kultur) relevant.

IFAD

In den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt leben über 70 Prozent der Bevölkerung im ländlichen Raum, viele davon unter der Armutsgrenze. Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (International Fund for Agricultural Development – IFAD) hat sich zur Aufgabe gemacht, Armut im ländlichen Raum zu bekämpfen, indem er es Menschen ermöglicht, ein höheres Einkommen zu erwirtschaften und damit ihre Ernährung zu sichern. Die 1977 gegründete Sonderorganisation verfolgt dieses Ziel in mehr als 140 Ländern.

ILO

Die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organisation – ILO) setzt sich seit 1919 für bessere Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Heute führt sie mit ihren Partnern mehr als 750 technische Projekte in über 110 Ländern durch, um Arbeitsstandards zu setzen und zu überwachen, menschenwürdige Arbeitsverhältnisse für Frauen und Männer zu schaffen und den Dialog zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen zu fördern. Besonders in Entwicklungsländern sind menschenwürdige Arbeitsverhältnisse eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. So setzt sich die ILO unter anderem auch für die Abschaffung von Kinder- und Zwangsarbeit ein.

Klimarahmenkonvention

Im Jahr 1992 wurde auf der Weltkonferenz in Rio de Janeiro die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) verabschiedet. Die Vertragsparteien der Konvention haben sich darauf verpflichtet, eine Minderung der menschlichen Einflüsse auf das Klima, eine Verlangsamung der globalen Erwärmung und eine Verminderung der Klimafolgen zu erreichen. 1994 trat die Konvention in Kraft, mittlerweile sind ihr 195 Staaten beigetreten. Die Konvention bildet den Rahmen und Ausgangspunkt für alle Aktivitäten der Vereinten Nationen im Kampf gegen den Klimawandel. Konkrete Ziele und Maßnahmen gibt die Konvention nicht vor. Diese finden sich derzeit im Pariser Klimaabkommen von 2005, zuvor im Kyoto-Protokoll.  Auf den jährlich stattfindenden Vertragsstaatenkonferenzen (Conferences of the Parties – COP), auch UN-Klimakonferenzen genannt, werden weiterführende Beschlüsse gefasst. 

Kyoto-Protokoll

Das sogenannte Kyoto-Protokoll ist ein Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention. Es wurde 1997 von der dritten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen angenommen. 2005 trat das Abkommen in Kraft und stellt weltweit den ersten völkerrechtlich verbindlichen Vertrag zur Eindämmung des Klimawandels dar. Die beteiligten Staaten verpflichteten sich darin, den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu senken. Das Kyoto-Protokoll definierte dabei verbindliche Zielwerte für die Industrie-, nicht aber für die Entwicklungs- und Schwellenländer. Nach mehrjährigen Verhandlungsrunden wurde 2012 auf der Vertragsstaatenkonferenz in Doha mit der Einigung auf eine zweite Verpflichtungsperiode (2013-2020) die Fortführung des Kyoto-Protokolls beschlossen. Die Industriestaaten Japan, Kanada, Neuseeland und Russland nahmen daran nicht mehr teil. Die USA hatten das Kyoto-Protokoll als einziges Industrieland auch zuvor nicht ratifiziert. Das Übereinkommen von Paris von 2015 löste das Kyoto-Protokoll zur Verringerung der Treibhausgasemissionen ab.

Milleniums-Erklärung

Die Millenniums-Erklärung ist die im September 2000 von der UN-Generalversammlung auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs angenommene Resolution (A/RES/55/2), die neben entwicklungspolitischen u.a. auch Abrüstungsziele enthält. In den Medien und der Öffentlichkeit wurde die Millenniumserklärung oft mit den Milleniums-Entwicklungszielen gleichgesetzt. Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan hat im September 2001 in seinem "Kompass zur Umsetzung der Millenniums-Erklärung" einen langfristigen Fahrplan zur Umsetzung der Millenniums-Erklärung vorgelegt und darin auch die acht Millenniums-Entwicklungsziele konkret ausformuliert. Entgegen der weit verbreiteten Annahme haben die Staats- und Regierungschefs diesen Zielkatalog im Gegensatz zur Milleniums-Erklärung nie gesondert unterzeichnet oder ihm explizit zugestimmt.

Nachhaltigkeit

Im Jahr 1987 definierte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen nachhaltige Entwicklung als "eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen." Bis heute handelt es sich hierbei um die bekannteste Definition. Der Ansatz verdeutlicht, wie sich menschliche Verhaltensweisen ändern müssen, damit die Zukunft nicht von Umweltzerstörung und Ressourcenverknappung, sozialen Missständen und erschütternder Armut, Wirtschafts- und Finanzkrisen bestimmt wird. Zentrales Element der Idee der nachhaltigen Entwicklung ist dabei, wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit zusammenzudenken. Nur im Gleichgewicht dieser drei "Säulen" der Nachhaltigkeit kann demnach eine nachhaltige Entwicklung erfolgen, von der auch zukünftige Generationen profitieren können.

UNCTAD

Ein gleichberechtigter Zugang zum globalen Handel ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines Landes oder einer Region. Die Zielsetzung der Welthandels- und Entwicklungskonferenz (United Nations Conference on Trade and Development – UNCTAD) ist es, insbesondere Entwicklungsländer dabei zu unterstützen, diesen Zugang zu bekommen. Momentan gehören der 1964 als Organ der UN-Generalversammlung gegründeten UNCTAD 194 Staaten an. Die Konferenzen werden in einem Turnus von vier Jahren abgehalten. Alle zwei Jahre wird zudem das „World Investment Forum” abgehalten, auf dem neue Herausforderungen und Chancen diskutiert und Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung und Investitionsstrategien gefördert werden. Die Konferenz hat ihren Sitz in Genf.

UNDP

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme – UNDP) arbeitet in rund 177 Ländern und Gebieten daran, die Entwicklungschancen von in Armut lebenden Menschen zu verbessern. Es wurde im Jahr 1965 gegründet und ist die maßgebliche Organisation der Vereinten Nationen für Entwicklungsfragen. Das Aufgabenfeld des UNDP ist breit gefächert. Armutsreduzierung, das Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs), demokratische Regierungsführung und Maßnahmen zur Krisenprävention gehören ebenso dazu wie Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung. Außerdem ist das UNDP auch zuständig für die Koordination der operativen Arbeit zwischen den verschiedenen UN-Organisationen vor Ort und gleichzeitig wichtige Kontaktstelle für die Regierungen der Partnerländer. Für das UNDP arbeiten rund 8000 Bedienstete weltweit. Sein jährlicher Haushalt liegt bei etwa fünf Mrd. US-Dollar. Seit 1990 gibt das UNDP regelmäßig den Bericht über die menschliche Entwicklung (Human Development Report) heraus, der als Ideengeber eine herausragende Rolle in der entwicklungspolitischen Debatte spielt. Der darin enthaltene Index gibt jährlich darüber Auskunft, welchen Entwicklungsstand die Staaten weltweit erreicht haben.

UN DESA

Die Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (Department of Economic and Social Affairs – DESA) im UN-Sekretariat unterstützt die Arbeit zwischenstaatlicher Einrichtungen wie des ECOSOC administrativ, arbeitet aber auch inhaltlich zu. Damit hat die Abteilung auch die Verantwortung für die Vor- und Nachbereitung von Weltkonferenzen in den Bereichen Wirtschaft und Soziales. Zudem leistet DESA in geringem Umfang technische Hilfe in Entwicklungsländern.

UNEP

Die Auswirkungen des Klimawandels gehören zu den größten entwicklungshemmenden Faktoren für Entwicklungs- und Schwellenländer. Hier setzt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environmental Programme – UNEP) an, das 1972 gegründet wurde. Es unterstützt die betroffenen Länder bei der Analyse von Umweltproblemen und erarbeitet in Zusammenarbeit mit lokalen Strukturen Umweltschutzprogramme, die in die nationalen Entwicklungsstrategien der Länder integriert werden. Darüber hinaus arbeitet UNEP an den konzeptionellen Grundlagen einer „Green Economy“. Seinen Hauptsitz hat das Umweltprogramm in Nairobi, Kenia.

UNESCO

Durch Völkerverständigung zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit in der Welt beizutragen, ist die Leitidee der 1946 gegründeten „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation“ (UNESCO). So fördert die Organisation z.B. Modellprojekte, die darauf abzielen, die Bildungssituation in Entwicklungsländern nachhaltig zu verbessern. Durch das Zusammenbringen von Natur, Geistes und Sozialwissenschaftlern aus allen Weltregionen unterstützt sie den Austausch von Ideen und leistet somit einen unverzichtbaren Beitrag zur Wissenschaft. Weiterhin fördert sie den Zugang zu Wissen und Informationen, um der „digitalen Kluft“ zwischen „ärmeren“ und „reicheren“ Ländern entgegenzuwirken. Wichtige Aufgaben der UNESCO sind darüber hinaus die Bewahrung kultureller Vielfalt und die Förderung des gegenseitigen Verständnisses unterschiedlicher Kulturen.

UNFPA

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (United Nations Population Fund – UNFPA) ist seit 1969 dem UNDP unterstellt und hat unter anderem das Ziel, die Säuglings- und Müttersterblichkeit zu verringern. Weitere Arbeitsschwerpunkte des UNFPA sind: Reproduktive Gesundheit und Familienplanung, aktive Bevölkerungspolitik, sowie Aufklärungs-, Informations- und Ausbildungsprogramme. Darüber hinaus veröffentlicht der Fonds jährlich den Weltbevölkerungsbericht.

UN-Habitat

In vielen Großstädten, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, leben über 50 Prozent der Einwohner unter katastrophalen Bedingungen in Slums. Um diese Situation zu verbessern, wurde nach einer Konferenz in Vancouver 1987 UN-Habitat (United Nations Human Settlements Programme) gegründet. UN-Habitat fördert nachhaltige, soziale und umweltverträgliche Stadtentwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern.

UNICEF

Jedes Kind auf der Welt hat das Recht auf eine Kindheit. Dieses Recht bildet die Grundlage für die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (United Nations International Children’s Emergency Fund). Gegründet 1946, um die Kinder in Europa vor Unterernährung und Krankheiten zu schützen, operiert es heute in rund 150 Ländern weltweit. Der Fokus der Arbeit von UNICEF liegt auf besonders benachteiligten Kindern, die in Krisenregionen oder Slumvierteln leben. Gerade in solchen Situationen ist es enorm wichtig, die Kinder, die die Hilfe am nötigsten haben, vor Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch zu schützen.

UNIDO

Auch für den Bereich der industriellen Entwicklung gibt es seit 1966 eine eigene Sonderorganisation: Die Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung (United Nations Industrial Development Organization – UNIDO). Der Arbeitsschwerpunkt der UNIDO liegt darin, Entwicklungsländer beim Aufbau einer funktionierenden wirtschaftlichen Infrastruktur zu unterstützen, die nachhaltigen und umweltgerechten Ansprüchen genügt. Die Organisation mit Sitz in Wien hat 173 Mitgliedstaaten.

UN-Klimakonferenzen

Als UN-Klimakonferenz oder COP (Conference oft he Parties) wird die jährliche stattfindende Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention bezeichnet. Auf den Treffen geht es darum, gemeinsame Handlungsoptionen zu verhandeln, um den Klimawandel einzudämmen. Die erste UN-Klimakonferenz fand 1995 in Berlin statt und wird als Nachfolgetreffen der Rio-Konferenz verstanden. In den 90er Jahren dienten die Klimakonferenzen vor allem der Verhandlung des Kyoto-Protokolls, des ersten völkerrechtlich bindenden Vertrags zur Reduktion von Triebhausgasen. Nach 2005 wurde insbesondere die Weiterentwicklung und Maßnahmen zur Umsetzung des Protokolls verhandelt.  Ab 2011 wurde bei den jährlichen COPs das Übereinkommen von Paris verhandelt, das schließlich 2015 auf der COP21 in Paris beschlossen wurde. An den Klimakonferenzen nehmen neben Repräsentanten der Vertragsstaaten zahlreiche Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft teil.

UN Women

Die stärkere Beteiligung der Frauen am politischen Prozess und ihre Besserstellung in der Arbeitswelt, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern, sind für den Entwicklungsprozess von essenzieller Bedeutung. Die „United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women“ (UN-Women) übernimmt diese Aufgabe im UN-System. Sie ist ein Zusammenschluss aus vier UN-Organisationen (Abteilung für Frauenförderung – DAW, Entwicklungsfond der Vereinten Nationen für Frauen – UNIFEM, Internationales Forschungs- und Ausbildungsinstitut zur Förderung der Frau – INSTRAW, Büro der Sonderberaterin des UN-Generalsekretärs für Gleichstellungsfragen – OSAGI) und hat im Jahr 2011 ihre Arbeit aufgenommen. Neben Beratungstätigkeiten  für UN-Mitgliedstaaten liegen die Schwerpunkte von UN-Women in der Programmarbeit zur Geschlechtergerechtigkeit und Frauenförderung. Mit dem Hauptsitz in New York, arbeitet UN-Women außerdem von zahlreichen Regional- und Länderbüros aus.

Weltkonferenz von Rio de Janeiro

Die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UN Conference on Environment and Development - UNCED) fand im Juni 1992 in Rio de Janeiro statt. Sie wurde über mehrere Jahre vorbereitet, etwa durch ein eigens gegründetes Sekretariat in London, Expertengruppen aus UN-Organisationen wie UNCTAD, UNDP und FAO sowie Berichte aus über 120 Ländern.  An der Weltkonferenz, auch Erdgipfel genannt, nahmen über 10 000 Delegierte aus 178 Staaten teil.  Ziel der Konferenz war es, Handlungsvorgaben für eine globale nachhaltige Entwicklung festzulegen. Der Gipfel gilt als Meilenstein bei der Integration von Umwelt- und Klimafragen in die Entwicklungsdebatte. Zentrale Ergebnisse der Rio-Konferenz waren u.a. die Agenda 21, die Klimarahmenkonvention, die Deklaration von Rio über Umwelt und Entwicklung und die Biodiversitätskonvention. Auf den Weltgipfel folgten mehrere Folgekonferenzen. Zudem wurde im Nachgang des Erdgipfels die Kommission für Nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development, CSD) gegründet, die den Umsetzungsprozess der Konferenzergebnisse überwacht.

WFP

Über 900 Millionen Menschen auf der Welt sind hochgradig unterernährt. Dies hat nicht nur enorme Auswirkungen für die Betroffenen selbst, sondern auch auf die sozioökonomische Entwicklung der betroffenen Länder und Regionen. Das 1961 gegründete Welternährungsprogramm (World Food Programme – WFP) der Vereinten Nationen unterstützt Entwicklungsländer unter anderem bei der mittel- und langfristen Ernährungssicherung durch zahlreiche Programme. Als größte humanitäre Organisation der Welt besteht die Hauptaufgabe des WFP darin, Menschen in Extremsituationen nach Katastrophen oder Konflikten zu unterstützten und ihre Existenzgrundlage wieder aufzubauen.

WHO

Gesundheit ist von wesentlicher Bedeutung, wenn es um menschliche Entwicklung geht. Das spiegelten zuletzt die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) und nun auch die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) wider. Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation – WHO) wurde 1948 in Genf gegründet und hat sich zur Aufgabe gemacht, den bestmöglichen Gesundheitsstandard für alle Menschen zu erreichen. Dafür unterstützt sie besonders in Entwicklungsländern den Auf- und Ausbau der Gesundheitssysteme und koordiniert das Themenfeld Gesundheit innerhalb des UN-Systems. Die WHO hat derzeit 194 Mitglieder.