Menü

Glossar

Alle wichtigen Akteure und Begriffe rund um das Thema Vereinte Nationen und nachhaltige Entwicklung von A - Z.

Basler Konvention

Die Basler Konvention ist ein inter­nationales Umwelt­abkommen des UN-Umwelt­programms (UNEP), das seit 1989 die rechts­ver­bind­lichen Richt­linien zur Kontrolle grenz­über­schreitender Verbringung gefähr­licher Ab­fälle und ihrer fach­gerechten Ent­sorgung bestimmt.

Im Rahmen der COP14 zur Basler Kon­vention vom 29.4. bis 10.5.2019 in Genf COP steht für Conference of the Parties, zu Deutsch Vertrags­staaten­konferenz, und bezeichnet das höchste Gremium einer inter­nationalen Kon­vention tagten die 186 Mitglied­staaten der Basler Konvention zusammen mit den gleich­rangingen inter­nationalen Chemikalien-Konventionen: der Stockholm- und der Rotterdam-Konvention.

ECOSOC

Dem Wirtschafts- und Sozial­rat der Vereinten Nationen (Economic and Social Council – ECOSOC) gehören 54 Mitglied­staaten an. Als einem der sechs Haupt­organe der UN kommt ihm die Aufgabe zu, die für wirt­schaft­liche, soziale, kulturelle und humanitäre Themen zuständigen Sonder­organisationen, Fonds und Programme, Kommis­sionen und Ausschüsse zu koordinieren.

Die Beschlüsse des Rates sind nicht rechtlich bindend, er kann lediglich Empfeh­lungen abgeben und unter­steht zudem der Autorität der General­versammlung. Eine seiner wichtigsten Funktionen im Bereich Entwicklungs­politik ist die Unter­stützung der Mitglied­staaten bei der Aus­arbeitung der alle vier Jahre statt­findenden Über­prüfung der UN-Entwicklungs­aktivitäten (Quadrennial Comprehensive Policy Review – QCPR).

FAO

Die Ernährungs- und Land­wirtschafts­organisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations – FAO) hat sich zum Haupt­ziel gesetzt, das Welt­ernährungs­problem zu lösen. Dabei konzentriert sich die in Rom ansässige Orga­nisation auf Ent­wicklungs­hilfe, Informations­kampagnen, Regierungs­beratung und auf ihre Rolle als inter­nationale thematische Informations­schnitt­stelle. Die FAO spielt besonders bei der Nahrungs­sicherung und der Ver­besserung der Lebens­verhältnisse der länd­lichen Bevölkerung eine wichtige Rolle.

Die Organisation setzt sich derzeit aus 194 Mitglied­staaten, zwei assoziierten Mitgliedern und einer Mitglieds­organisation (Europäische Union) zusammen.

Generalversammlung

Die UN-General­versammlung dient als Forum für globale Diskussions- und Meinungs­bildungs­prozesse, aus denen sich bestimmte Normen und Standard­setzungen entwickeln. Alle 193 Mitglied­staaten der Vereinten Nationen haben eine Stimme in der General­versammlung, sie ist eines der sechs Haupt­organe der UN.

Aufgrund der Viel­zahl an Themen, die in der General­versammlung behandelt werden, haben die Mitglied­staaten diese Themen­vielfalt, ähnlich wie nationale Parlamente, auf fünf Aus­schüsse ver­teilt. Für die Entwicklungs­fragen sind dabei der zweite (Wirt­schaft und Finanzen) und dritte Aus­schuss (Soziales, Humanitäre Fragen und Kultur) relevant.

HLPF

Das Hoch­rangige Politische Forum für Nach­haltige Ent­wicklung (High-level Political Forum on Sustainable Development, HLPF) ist die wichtigste Platt­form der Vereinten Nationen für nach­haltige Ent­wicklung und spielt eine zentrale Rolle bei der Ver­folgung und Über­prüfung der Agenda 2030 und der Ziele für nach­haltige Ent­wicklung (SDGs) auf globaler Ebene.

Die Ein­richtung des HLPF wurde 2012 mit dem Abschluss­dokument der Konferenz der Vereinten Nationen für nach­haltige Entwicklung (Rio+20) "The Future We Want" beschlossen. Die erste Sitzung des Forums fand am 24. September 2013 statt. Es ersetzt die Kommission für nach­haltige Ent­wicklung, die es seit 1993 gegeben hatte.

Das Forum tagt jähr­lich unter der Schirm­herrschaft des Wirtschafts- und Sozial­rats (ECOSOC) für acht Tage. Alle vier Jahre tritt es unter der Schirm­herrschaft der General­versamm­lung für zwei Tage auf der Ebene der Staats- und Regierungs­chefs zusammen.

IFAD

In den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt leben über 70 Prozent der Bevölkerung im länd­lichen Raum, viele davon unter der Armuts­grenze. Der Inter­nationale Fonds für land­wirtschaft­liche Ent­wicklung (International Fund for Agricultural Development – IFAD) hat sich zur Aufgabe gemacht, Armut im länd­lichen Raum zu bekämpfen, indem er es Menschen ermöglicht, ein höheres Ein­kommen zu erwirtschaf­ten und damit ihre Ernährung zu sichern. Die 1977 gegründete Sonder­orga­nisation verfolgt dieses Ziel in mehr als 140 Ländern.

ILO

Die Inter­­nationale Arbeits­­­organisation (International Labour Organisation – ILO) setzt sich seit 1919 für bessere Arbeits­­­bedingungen von Arbeit­­­nehmerinnen und Arbeit­­nehmern ein. Heute führt sie mit ihren Partnern mehr als 750 technische Projekte in über 110 Ländern durch, um Arbeits­­­standards zu setzen und zu überwachen, menschen­­­würdige Arbeits­­­verhältnisse für Frauen und Männer zu schaffen und den Dialog zwischen Arbeit­­­geber und Arbeit­­­nehmer­­­organisationen zu fördern. Besonders in Entwicklungs­ländern sind menschen­­­würdige Arbeits­­­verhältnisse eine wichtige Voraus­­­setzung für nach­­haltige Ent­wicklung. So setzt sich die ILO unter anderem auch für die Ab­­schaffung von Kinder- und Zwangs­­­arbeit ein.

Klimarahmenkonvention

Im Jahr 1992 wurde auf der Welt­­konferenz in Rio de Janeiro die Klima­­rahmen­­konvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) verab­schiedet. Die Vertrags­­parteien der Konvention haben sich darauf ver­pflichtet, eine Minderung der mensch­­lichen Ein­flüsse auf das Klima, eine Verlang­­samung der globalen Erwärmung und eine Verminderung der Klima­­folgen zu erreichen. 1994 trat die Konvention in Kraft, mittler­weile sind ihr 195 Staaten beigetreten.

Die Konvention bildet den Rahmen und Ausgangs­­punkt für alle Aktivitäten der Vereinten Nationen im Kampf gegen den Klima­­wandel. Konkrete Ziele und Maß­nahmen gibt die Konvention nicht vor. Diese finden sich derzeit im Pariser Klima­­ab­kommen von 2015, zuvor im Kyoto-Protokoll.  Auf den jährlich statt­­findenden Vertrags­­staaten­­konferenzen (Conferences of the Parties – COP), auch UN-Klima­­konferenzen genannt, werden weiter­­führende Beschlüsse gefasst. 

Kyoto-Protokoll

Das sogenannte Kyoto-Protokoll ist ein Zusatz­­protokoll zur Aus­gestaltung der Klima­­rahmen­­konvention. Es wurde 1997 von der dritten Vertrags­­staaten­­konferenz der Klima­­rahmen­­konvention der Vereinten Nationen angenommen. 2005 trat das Ab­kommen in Kraft und stellt welt­weit den ersten völker­­rechtlich verbind­­lichen Vertrag zur Ein­­dämmung des Klima­­wandels dar. Die beteiligten Staaten ver­pflichteten sich darin, den Aus­stoß klima­schädlicher Gase zu senken. Das Kyoto-Protokoll definierte dabei ver­bindliche Ziel­werte für die Industrie-, nicht aber für die Entwicklungs- und Schwellen­länder.

Nach mehr­jährigen Verhandlungs­­runden wurde 2012 auf der Vertrags­­staaten­­konferenz in Doha mit der Einigung auf eine zweite Verpflichtungs­­periode (2013-2020) die Fort­­führung des Kyoto-Protokolls beschlossen. Die Industrie­­staaten Japan, Kanada, Neusee­land und Russland nahmen daran nicht mehr teil. Die USA hatten das Kyoto-Protokoll als einziges Industrie­­land auch zuvor nicht ratifiziert. Das Pariser Klima­­abkommen von 2015 löste das Kyoto-Protokoll zur Verringerung der Treib­­haus­­gas­­emissionen ab.

Milleniums-Erklärung

Die Millenniums-Erklärung ist die im September 2000 von der UN-General­­versammlung auf der Ebene der Staats- und Regierungs­­chefs angenommene Resolution (A/RES/55/2), die neben entwicklungs­­politischen u.a. auch Abrüstungs­­ziele enthält. In den Medien und der Öffent­lich­keit wurde die Millenniums­­erklärung oft mit den Milleniums-Entwicklungs­­zielen gleich­gesetzt.

Der damalige UN-General­­sekretär Kofi Annan hat im September 2001 in seinem "Kompass zur Umsetzung der Millenniums-Erklärung" einen lang­­fristigen Fahr­­plan zur Umsetzung der Millenniums-Erklärung vor­gelegt und darin auch die acht Millenniums-Entwicklungs­­ziele konkret aus­formuliert. Ent­­gegen der weit verbreiteten Annahme haben die Staats- und Regierungs­­chefs diesen Ziel­­katalog im Gegen­­satz zur Milleniums-Erklärung nie gesondert unter­zeichnet oder ihm explizit zugestimmt.

Nachhaltigkeit

Im Jahr 1987 definierte die Welt­­kommission für Umwelt und Ent­­wicklung der Vereinten Nationen nach­­haltige Ent­wicklung als "eine Ent­­wicklung, die den Bedürf­nissen der heutigen Generation ent­spricht, ohne die Möglich­­keiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürf­nisse zu befriedigen." Bis heute handelt es sich hierbei um die bekannteste Definition. Der Ansatz verdeutlicht, wie sich mensch­liche Verhaltens­­weisen ändern müssen, damit die Zukunft nicht von Umwelt­­zer­störung und Ressourcen­­ver­knappung, sozialen Miss­­ständen und erschütternder Armut, Wirt­schafts- und Finanz­krisen bestimmt wird.

Zentrales Element der Idee der nach­­haltigen Ent­wicklung ist dabei, wirtschaft­­liche Ent­wicklung, Umwelt­­schutz und soziale Gerechtig­­keit zusammen­­zudenken. Nur im Gleich­­gewicht dieser drei "Säulen" der Nach­haltig­keit kann demnach eine nach­­haltige Ent­­wicklung erfolgen, von der auch zukünftige Generationen profitieren können.

UNCCD

Die Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) wurde 1994 in Paris ausgearbeitet und ist seit 1996 in Kraft. Sie hat das Ziel, die Ausbreitung von Wüsten und Trockengebieten einzudämmen. Das Problem der Verwüstung tauchte in den 1970er-Jahren erstmals auf der Agenda der Vereinten Nationen auf, angesichts einer verheerenden Dürrekatastrophe in der Sahelzone zwischen 1968 und 1973. Im Jahr 1974 beschloss die UN-Generalversammlung, das Thema auf internationaler Ebene anzugehen. Es sollte allerdings noch weitere 18 Jahre dauern, bis im Jahr 1992 auf der wegweisenden UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro der Beschluss fiel, die sogenannte Wüstenkonvention einzurichten. Die Umsetzung kommt allerdings nur langsam voran – auch weil die Geberländer die betroffenen Länder nur zögerlich unterstützen.

UNCTAD

Ein gleich­­berechtigter Zugang zum globalen Handel ist eine wichtige Voraus­­setzung für die Ent­­wicklung eines Landes oder einer Region. Die Ziel­­setzung der Welt­­handels- und Ent­wicklungs­­konferenz (United Nations Conference on Trade and Development – UNCTAD) ist es, ins­besondere Entwicklungs­­länder dabei zu unter­­stützen, diesen Zugang zu bekommen.

Momentan gehören der 1964 als Organ der UN-General­­versammlung gegründeten UNCTAD 194 Staaten an. Die Konferenzen werden in einem Turnus von vier Jahren abgehalten. Alle zwei Jahre wird zudem das „World Investment Forum” abgehalten, auf dem neue Heraus­­forderungen und Chancen diskutiert und Partner­­schaften für nach­­haltige Ent­­wicklung und Investitions­­strategien gefördert werden. Die Konferenz hat ihren Sitz in Genf.

UNDP

Das Entwicklungs­­programm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme – UNDP) arbeitet in rund 177 Ländern und Gebieten daran, die Ent­wicklungs­­chancen von in Armut lebenden Menschen zu verbessern. Es wurde im Jahr 1965 gegründet und ist die maß­­gebliche Orga­­nisation der Vereinten Nationen für Ent­wicklungs­­fragen.

Das Aufgaben­­feld des UNDP ist breit gefächert. Armuts­reduzierung, demo­­kratische Regierungs­­führung und Maß­nahmen zur Krisen­­prävention gehören ebenso dazu wie Umwelt­schutz und nach­­haltige Ent­­wicklung. Außer­­dem ist das UNDP auch zuständig für die Koordination der operativen Arbeit zwischen den ver­schiedenen UN-Orga­­nisationen vor Ort und gleich­­zeitig wichtige Kontakt­­stelle für die Regierungen der Partner­­länder.

Für das UNDP arbeiten rund 8000 Bedienstete welt­weit. Sein jähr­licher Haus­halt liegt bei etwa fünf Mrd. US-Dollar. Seit 1990 gibt das UNDP regel­mäßig den Bericht über die mensch­liche Ent­wicklung (Human Development Report) heraus, der als Ideen­geber eine heraus­ragende Rolle in der ent­wicklungs­politischen Debatte spielt. Der darin enthaltene Index gibt jährlich darüber Aus­kunft, welchen Ent­wicklungs­stand die Staaten welt­weit erreicht haben.

UN DESA

Die Haupt­­abteilung Wirt­­schaft­liche und Soziale Angelegen­­heiten (Department of Economic and Social Affairs – DESA) im UN-Sekre­tariat unterstützt die Arbeit zwischen­staatlicher Ein­­richtungen wie des ECOSOC administrativ, arbeitet aber auch inhaltlich zu. Damit hat die Abteilung auch die Ver­ant­wortung für die Vor- und Nach­­bereitung von Welt­konferenzen in den Bereichen Wirt­schaft und Soziales. Zudem leistet DESA in geringem Umfang tech­nische Hilfe in Ent­wicklungs­­ländern.

UNEP

Die Aus­wirkungen des Klima­­wandels gehören zu den größten ent­wicklungs­­hemmenden Faktoren für Ent­­wicklungs- und Schwellen­­länder. Hier setzt das Umwelt­­programm der Vereinten Nationen (United Nations Environmental Programme – UNEP) an, das 1972 gegründet wurde. Es unter­stützt die betrof­fenen Länder bei der Analyse von Umwelt­­problemen und erarbeitet in Zusammen­­arbeit mit lokalen Strukturen Umwelt­­schutz­­programme, die in die nationalen Ent­­wicklungs­­strategien der Länder integriert werden. Darüber hinaus arbeitet UNEP an den konzeptionellen Grund­­lagen einer „Green Economy“. Seinen Haupt­­sitz hat das Umwelt­­programm in Nairobi, Kenia.

UNESCO

Durch Völker­­ver­ständigung zur Wahrung des Friedens und der Sicher­­heit in der Welt bei­­zu­­tragen, ist die Leit­­idee der 1946 ge­gründeten „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation“ (UNESCO). So fördert die Orga­­nisation z.B. Modell­projekte, die darauf ab­zielen, die Bildungs­­situation in Ent­­wicklungs­­ländern nach­­haltig zu verbessern.

Durch das Zusammen­­bringen von Natur-, Geistes- und Sozial­­wissen­schaftlern aus allen Welt­­regionen unter­­stützt sie den Aus­­tausch von Ideen und leistet somit einen un­ver­zicht­­baren Beitrag zur Wissen­­schaft. Weiter­­hin fördert sie den Zu­­gang zu Wissen und Infor­­mationen, um der „digitalen Kluft“ zwischen „ärmeren“ und „reicheren“ Ländern ent­gegen­­zu­wirken. Wichtige Auf­gaben der UNESCO sind darüber hinaus die Be­­wahrung kultureller Viel­falt und die Förde­rung des gegen­­seitigen Ver­ständ­nisses unter­schied­licher Kulturen.

UNFPA

Der Be­völkerungs­­fonds der Vereinten Nationen (United Nations Population Fund – UNFPA) ist seit 1969 dem UNDP unter­­stellt und hat unter anderem das Ziel, die Säug­lings- und Mütter­­sterb­­lich­­keit zu verringern. Weitere Arbeits­­schwer­­punkte des UNFPA sind: Re­produktive Gesund­­heit und Familien­­planung, aktive Bevölkerungs­­politik, sowie Auf­klärungs-, Informations- und Ausbildungs­­programme. Darüber hinaus ver­öffentlicht der Fonds jährlich den Welt­­bevölkerungs­­bericht.

UN-Habitat

In vielen Groß­­städten, besonders in Ent­­wicklungs- und Schwellen­­ländern, leben über 50 Prozent der Ein­­wohner unter katas­­tro­phalen Bedingungen in Slums. Um diese Situation zu ver­­bessern, wurde nach einer Konferenz in Vancouver 1987 UN-Habitat (United Nations Human Settlements Programme) gegründet. UN-Habitat fördert nach­­haltige, soziale und umwelt­verträgliche Stadt­­ent­­wicklung in Ent­­wicklungs- und Schwellen­­ländern.

UNICEF

Jedes Kind auf der Welt hat das Recht auf eine Kind­­heit. Dieses Recht bildet die Grund­­lage für die Arbeit des Kinder­­hilfs­­werks der Vereinten Nationen (United Nations International Children’s Emergency Fund). Gegründet 1946, um die Kinder in Europa vor Unter­­ernährung und Krank­­heiten zu schützen, operiert es heute in rund 150 Ländern welt­­weit. Der Fokus der Arbeit von UNICEF liegt auf besonders benach­­teiligten Kindern, die in Krisen­­regionen oder Slum­­vierteln leben. Gerade in solchen Situationen ist es enorm wichtig, die Kinder, die die Hilfe am nötigsten haben, vor Gewalt, Aus­­beutung und Miss­­brauch zu schützen.

UNIDO

Auch für den Bereich der industriellen Ent­­wick­lung gibt es seit 1966 eine eigene Sonder­­orga­nisation: Die Orga­­nisation der Vereinten Nationen für Industrielle Ent­­wick­lung (United Nations Industrial Development Organization – UNIDO). Der Arbeits­­schwer­­punkt der UNIDO liegt darauf, Ent­wicklungs­­länder beim Auf­­bau einer funk­tionie­renden wirt­schaft­lichen Infra­­struktur zu unter­­stützen, die nach­­haltigen und umwelt­­gerechten An­sprüchen genügt. Die Orga­­nisation mit Sitz in Wien hat 173 Mitglied­­staaten.

UN-Klimakonferenzen (COPs)

Als UN-Klima­­konfe­renz oder COP (Conference of the Parties) wird die jähr­­liche statt­­findende Konferenz der Vertrags­­staaten der Klima­­rahmen­­konvention be­zeichnet. Auf den Treffen geht es darum, gemein­same Handlungs­­optionen zu verhandeln, um den Klima­wandel ein­zu­­dämmen.

Die erste UN-Klima­­konferenz fand 1995 in Berlin statt und wird als Nach­­folge­­treffen der Rio-Konferenz ver­standen. In den 1990er Jahren dienten die Klima­­konferenzen vor allem der Ver­­handlung des Kyoto-Protokolls, des ersten völker­­recht­lich bindenden Vertrags zur Reduktion von Treib­­haus­­gasen.

Nach 2005 wurde ins­­besondere die Weiter­­ent­wicklung und Maß­­nahmen zur Um­­setzung des Protokolls ver­handelt.  Ab 2011 wurde bei den jähr­lichen COPs das Über­­ein­kommen von Paris ver­handelt, das schließ­­lich 2015 auf der COP21 in Paris be­schlos­sen wurde. An den Klima­konferenzen nehmen neben Repräsentanten der Vertrags­­staaten zahl­reiche Ver­tre­ter von Nicht­­re­gierungs­­orga­nisa­tionen und Zivil­­ge­sell­schaft teil.

UN Women

Die stärkere Be­teili­gung der Frauen an politischen Ent­scheidungs­­prozessen und ihre Besser­stellung in der Arbeits­­welt, ins­­besondere in Ent­­wicklungs- und Schwellen­­ländern, sind für den Ent­wicklungs­­prozess von essenzieller Bedeutung. Die „United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women“ (UN-Women) über­nimmt diese Aufgabe im UN-System.

Sie ist ein Zu­sammen­s­chluss aus vier UN-Orga­nisationen (Abteilung für Frauen­­förderung – DAW, Ent­wicklungs­­fond der Vereinten Nationen für Frauen – UNIFEM, Inter­­nationales Forschungs- und Aus­bildungs­­institut zur Förderung der Frau – INSTRAW, Büro der Sonder­beraterin des UN-General­­sekretärs für Gleich­­stellungs­­fragen – OSAGI) und hat im Jahr 2011 ihre Arbeit auf­ge­nommen.

Neben Beratungs­­tätig­­keiten  für UN-Mit­glied­­staaten liegen die Schwer­­punkte von UN-Women in der Programm­­arbeit zur Ge­schlechter­­gerechtig­­keit und Frauen­­förderung. Mit dem Haupt­­sitz in New York, arbeitet UN-Women außer­dem von zahl­reichen Regional- und Länder­­büros aus.

Weltkonferenz von Rio de Janeiro

Die UN-Konferenz über Umwelt und Ent­­wicklung (UN Conference on Environment and Development - UNCED) fand im Juni 1992 in Rio de Janeiro statt. Sie wurde über mehrere Jahre vorbereitet, etwa durch ein eigens gegründetes Sekretariat in London, Experten­­gruppen aus UN-Orga­­nisationen wie UNCTAD, UNDP und FAO sowie Berichte aus über 120 Ländern.  

An der Welt­­konferenz, auch Erd­­gipfel genannt, nahmen über 10 000 Delegierte aus 178 Staaten teil.  Ziel der Konferenz war es, Handlungs­­vorgaben für eine globale nach­­haltige Ent­­wicklung fest­­zu­­legen. Der Gipfel gilt als Meilen­­stein bei der Inte­gration von Umwelt- und Klima­­fragen in die Ent­wicklungs­­debatte.

Zentrale Ergebnisse der Rio-Konferenz waren u.a. die Agenda 21, die Klima­­rahmen­­konvention, die Deklaration von Rio über Umwelt und Ent­wicklung und die Bio­­diversitäts­konvention. Auf den Welt­­gipfel folgten mehrere Folge­­konfe­renzen. Zu­dem wurde im Nach­­gang des Erd­­gipfels die Kommission für Nach­­haltige Ent­wicklung (Commission on Sustainable Development, CSD) gegründet, die den Umsetzungs­­prozess der Konferenz­­ergebnisse über­­wacht.

WFP

Über 900 Millionen Menschen auf der Welt sind hoch­­gradig unter­­ernährt. Dies hat nicht nur enorme Aus­­wirkungen für die Be­troffenen selbst, sondern auch auf die sozio­­öko­nomische Ent­­wicklung der be­trof­fenen Länder und Regionen. Das 1961 gegründete Welt­­ernährungs­programm (World Food Programme – WFP) der Vereinten Nationen unte­rstützt Ent­­wicklungs­­länder unter anderem bei der mittel- und lang­­fristen Ernährungs­­sicherung durch zahl­reiche Programme. Als größte humanitäre Orga­nisation der Welt besteht die Haupt­­aufgabe des WFP darin, Menschen in Extrem­­situationen nach Katas­trophen oder Konflik­ten zu unter­­stützten und ihre Existenz­­grundlage wieder auf­zu­bauen.

WHO

Gesund­heit ist von wesent­­licher Bedeutung, wenn es um mensch­­liche Ent­­wicklung geht. Das spiegelten zuletzt die Millennium-Ent­wicklungs­­ziele (MDGs) und nun auch die Ziele für Nach­­haltige Ent­­wicklung (SDGs) wider. Die Welt­­gesund­heits­­orga­nisation (World Health Organisation – WHO) wurde 1948 in Genf gegründet und hat sich zur Auf­­gabe gemacht, den best­­möglichen Gesund­­heits­­standard für alle Menschen zu er­reichen. Dafür unter­­stützt sie besonders in Ent­­wicklungs­­ländern den Auf- und Aus­­bau der Gesund­­heits­systeme und koordiniert das Themen­­feld Gesund­­heit inner­­halb des UN-Systems. Die WHO hat der­zeit 194 Mit­glieder.