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Ziel 1: Armut in all ihren Formen und überall beenden

Es gehört zu den zentralen Entwicklungszielen bis 2030 die extreme Armut auf der Welt zu beseitigen. Allerdings wird extreme Armut mit einem gegenwärtigen Grenzwert von 1,25 US-Dollar, die pro Person pro Tag zur Verfügung stehen, definiert. Kritiker halten diesen Wert für deutlich zu niedrig.

Trend: Extreme Armut geht weiter zurück – allerdings hat sich der Rückgang verlangsamt. Der Anteil der Weltbevölkerung in extremer Armut lag im Jahr 2015 bei 10 Prozent, verglichen mit 16 Prozent im Jahr 2010 und 36 Prozent im Jahr 1990. Prognosen zufolge werden 6 Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2030 weiterhin in extremer Armut leben und damit würde das Ziel der Beseitigung von extremer Armut verfehlt werden.


Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Alle Menschen sollen bis 2030 „ganzjährig Zugang zu sicheren, nährstoffreichen und ausreichenden Nahrungsmitteln haben“. Obwohl bereits heute genügend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, haben immer noch nicht alle Menschen Zugang zu ihnen. Ebenso sollen alle Formen der Mangelernährung beseitigt sowie die landwirtschaftliche Produktivität und die Einkommen der kleinen Nahrungsmittelproduzenten verdoppelt werden.

Trend: Hunger ist weltweit wieder auf dem Vormarsch und Unterernährung betrifft weiterhin Millionen von Kindern. Schätzungsweise 821 Millionen Menschen – ungefähr einer von neun Menschen weltweit – waren im Jahr 2017 unterernährt, verglichen mit 784 Millionen im Jahr 2015. Dies ist ein besorgniserregender Anstieg von Hunger und Unterernährung. Am stärksten betroffen ist Afrika: ein Fünftel der afrikanischen Bevölkerung ist unterernährt (mehr als 256 Millionen Menschen).


Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Bis 2030 soll die weltweite Müttersterblichkeit auf unter 70 je 100.000 Lebendgeburten sinken. Vermeidbare Todesfälle bei Neugeborenen und Kindern unter fünf Jahren sollen verhindert werden. In den Zielvorgaben sind die Beseitigung der Aids-, Tuberkulose- und Malaria-Epidemien sowie der vernachlässigten Tropenkrankheiten von besonderer Bedeutung, ebenso der Zugang zu einer Gesundheitsversorgung für alle.

Trend: Erhebliche Fortschritte konnten bei der Verlängerung der Lebenserwartung, der Verringerung der Mütter- und Kindersterblichkeit und der Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten erzielt werden. Allerdings hat mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung noch immer keinen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung. Im Jahr 2018 erfolgten weltweit 81 Prozent der Geburten mit Hilfe einer erfahrenen Geburtshelferin; eine deutliche Verbesserung gegenüber 69 Prozent im Jahr 2012.

 


Ziel 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Die wichtigste Zielvorgabe besagt, dass bis 2030 sichergestellt werden soll, „dass alle Mädchen und Jungen gleichberechtigt eine kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung abschließen“. In weiteren Zielvorgaben werden Maßstäbe für Vorschulerziehung sowie Hochschul- und Berufsbildung formuliert.

Trend: Trotz erheblicher Fortschritte beim Zugang zu Bildung, waren im Jahr 2017 noch immer 262 Millionen Kinder und Jugendliche (im Alter von 6 bis 17 Jahren) nicht beschult. Mehr als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen erfüllten nicht die Mindestanforderungen bei Lese- und Mathematikkenntnisse. Im Jahr 2016 waren rund 750 Millionen Erwachsene Analphabeten; zwei Drittel von ihnen Frauen.

 


Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Zu den wesentlichen Anliegen gehört, alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen zu beenden und die Gewalt gegen sie zu beseitigen. Weitere Zielvorgaben befassen sich mit individuellen Formen der geschlechtsspezifischen Diskriminierung, wie beispielweise Zwangsheirat, fehlende Chancengleichheit bei dem Erlangen von Führungspositionen und ungleiche Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen.

Trend: Trotz einiger Fortschritte, z.B. dem Rückgang von Genitalverstümmelungen und frühen Verheiratungen, ist die Bilanz ernüchternd. Strukturelle Hürden – rechtliche Diskriminierung und benachteiligende, soziale Normen – behindern dringend nötige Fortschritte. Beispielsweise sind Frauen in politischen Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert: im Januar 2019 lag der Anteil der Frauen in nationalen Parlamenten bei durchschnittlich 24,2 Prozent, verglichen mit 19 Prozent im Jahr 2010.


Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Bis 2030 soll der Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser sowie einer angemessenen und gerechten Sanitärversorgung für alle verwirklicht werden. In weiteren Zielvorgaben geht es u.a. um die Verbesserung der Wasserqualität, die Effizienz der Wassernutzung und den Schutz wasserverbundener Ökosysteme.

Trend: Trotz des Fortschritts haben immer noch Milliarden von Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Die Daten deuten darauf hin, dass ein universeller Zugang zur sanitärer Grundversorgung bis 2030 eine Verdoppelung der derzeitigen Fortschrittsraten erfordern würde.


Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Der allgemeine Zugang zu Energiedienstleistungen soll bis 2030 gesichert werden. Dabei soll der Anteil erneuerbarer Energie deutlich erhöht werden. Gleichzeitig soll die Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden.

Trend: Der Zugang zu Energiedienstleistungen hat sich in den ärmsten Ländern verbessert, die Energieeffizienz nimmt weiter zu und der Anteil von erneuerbarer Energie hat sich erhöht. Trotz dieser Fortschritte sind weiterhin rund 800 Millionen Menschen ohne Strom. Es sind darüber hinaus weitaus höhere Anstrengungen erforderlich, um den Anteil von erneuerbaren Energien zu erhöhen.

 


Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Großes Gewicht wird auf Fragen des nachhaltigen Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung gelegt. Ein hohes Wirtschaftswachstum wird vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern für erforderlich gehalten, mindestens 7 % im Jahr. Für alle Länder werden höhere wirtschaftliche Produktivität und Ressourceneffizienz angestrebt. Andere Zielvorgaben befassen sich mit menschenwürdigen Arbeitsplätzen, einer produktiven Vollbeschäftigung, der Beendigung von Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel sowie dem Schutz der Arbeitsrechte.

Trend: Weltweit hat die Arbeitsproduktivität zugenommen und die Arbeitslosigkeit ist wieder auf den Stand gesunken, der vor der Finanzkrise erreicht war. Die Weltwirtschaft wächst jedoch langsamer als erwartet. Weitere Anstrengungen sind nötig, um die Beschäftigungsmöglichkeiten – insbesondere für junge Menschen – zu verbessern, informelle Formen der Beschäftigung zu verringern und das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu verringern.


Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovation unterstützen

Es wird angestrebt, eine hochwertige, verlässliche, nachhaltige und widerstandsfähige Infrastruktur aufzubauen, um so wirtschaftliche Entwicklung und menschliches Wohlergehen zu unterstützen. Insbesondere in Entwicklungsländern sollen kleine Industriebetriebe einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen, Wertschöpfungsketten und Märkten erhalten.

Trend: Während die Finanzierung der wirtschaftlichen Infrastruktur in Entwicklungsländern gestiegen ist und Fortschritte bei der Mobilvernetzung erzielt wurden, stehen die am wenigsten entwickelten Länder vor großen Herausforderungen. Besonders groß sind diese Herausforderungen, wenn es darum geht, den Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Bruttoinlandsprodukt bis 2030 zu verdoppeln und ausreichende Investitionen in Forschung und Entwicklung zu tätigen.


Ziel 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Eine wichtige Zielvorgabe lautet: „Bis 2030 ein über dem nationalen Durchschnitt liegendes Einkommenswachstum der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung zu erreichen.“ Angestrebt wird außerdem u. a. eine „verstärkte Mitsprache der Entwicklungsländer bei der Entscheidungsfindung in den globalen internationalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen“.

Trend: Die Einkommensungleichheit nimmt in vielen Teilen der Welt weiter zu, auch wenn die untersten 40 Prozent der Bevölkerung in vielen Ländern positive Wachstumsraten verzeichnen konnten. Der Abbau von Einkommensunterschieden muss stärker in den Vordergrund gerückt werden.


Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

 „Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherstellen und Slums sanieren.“ Dazu gehören u. a. ein Verkehrssystem für alle, eine partizipative Siedlungsplanung, ein verbesserter Katastrophenschutz, eine Verminderung der Umweltbelastung und eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Trend: Fortschritte sind zu verzeichnen bei der Verringerung der städtischen Weltbevölkerung, die in Slums lebt – trotz der mehr als einer Milliarde Menschen, die nach wie vor in einem Slum leben muss. Es sind dringend Maßnahmen erforderlich, um die Luftqualität in Städten und den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbessern.


Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Zur Umsetzung dieses Ziels „sind an der Spitze die entwickelten Länder“ gefordert, während die Entwicklungsländer entsprechend ihrem Entwicklungsstand und ihren Kapazitäten Maßnahmen ergreifen sollen. Als wichtige Themen werden dabei u. a. die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen, eine Halbierung der Nahrungsmittelverschwendung und ein umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien und Abfällen aufgeführt. Angestrebt wird auch eine allmähliche Abschaffung der schädlichen Subventionen für fossile Brennstoffe.

Trend: Der weltweite Materialverbrauch hat rapide zugenommen, ebenso wie der CO2-Fußabdruck pro Kopf, was die Erreichung dieses Ziels ernsthaft gefährdet. Dringende Maßnahmen sind erforderlich, um sicherzustellen, dass der aktuelle Materialbedarf nicht zu einer übermäßigen Beanspruchung der natürlichen Ressourcen führt. Der weltweite Materialverbrauch belief sich auf 92,1 Milliarden Tonnen im Jahr 2017, verglichen mit 87 Milliarden im Jahr 2015 und 27 Milliarden im Jahr 1970.


Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Es gilt, wird in einer Zielvorgabe formuliert, „die Widerstandskraft und die Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gefahren und Naturkatastrophen in allen Ländern“ zu stärken. Dafür müssen Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbezogen werden. Ausdrücklich wird an die Verpflichtung der entwickelten Länder erinnert, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz in Entwicklungsländern aufzubringen.

Trend: Mit steigenden Treibhausgasemissionen vollzieht sich der Klimawandel schneller als erwartet und seine Auswirkungen sind weltweit deutlich zu spüren. Steigende Treibhausgasemissionen treiben den Klimawandel voran. Im Jahr 2017 erreichten die Treibhausgaskonzentrationen mit 405,5 ppm (gegenüber 400,1 ppm im Jahr 2015) einen neuen Höchststand. Um die Emissionsziele für 2030 zu erreichen, die mit dem 2°C- bzw. dem 1,5°C-Ziel vereinbar sind, müssen die Emissionen rasch reduziert werden.


Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Bis 2025 sollen alle Arten der Meeresverschmutzung gestoppt oder erheblich verringert werden. Außerdem sollen die Meeres- und Küstenökosysteme nachhaltig bewirtschaftet und die Versauerung der Ozeane bekämpft werden. Angestrebt werden auch eine wirksame Regelung der Fangtätigkeit und die Beendigung der Überfischung.

Trend: Die negativen Auswirkungen der Überfischung und die zunehmende Versauerung der Ozeane aufgrund des Klimawandels schreiten voran. Die politischen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Meeresressourcen auf allen Ebenen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.


Ziel 15: Landökosysteme schützen wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Bis 2020 soll eine nachhaltige Nutzung der Land- und Binnensüßwasser-Ökosysteme sowie der Wälder erreicht werden. Ebenso werden eine Bekämpfung der Wüstenbildung und die Erhaltung der Bergökosysteme angestrebt. Um den Verlust der biologischen Vielfalt zu beenden, sollen bedrohte Arten geschützt und ihr Aussterben verhindert werden.

Trend: Die Bodendegradation hält an, der Verlust der biologischen Vielfalt ist alarmierend, und das illegale Wildern und der illegale Handel mit wildlebenden Tieren verhindern weiterhin den Schutz von lebenswichtigen Ökosysteme und Arten. Der Rote-Liste-Index, der das Risiko des Aussterbens von Arten misst (ein Wert von 1 bedeutet keine Bedrohung für eine Art; ein Wert von 0 bedeutet das Aussterben einer Art), hat sich von 0,82 im Jahr 1993 auf 0,73 im Jahr 2019 weltweit verschlechtert.


Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen alle Formen von Gewalt verringert und Rechtsstaatlichkeit gewährleistet werden, wozu auch der Aufbau leistungsfähiger Institutionen gehört. Ebenso gilt es, bis 2030 die illegalen Finanz- und Waffenströme deutlich zu verringern.

Trend: Die Fortschritte bei der Beendigung von Gewalt, der Förderung von Rechtsstaatlichkeit und der Stärkung von Institutionen sind uneinheitlich. Auch Angriffe auf die Zivilgesellschaft bremsen den Entwicklungsfortschritt. Morde an Vertreterinnen und Vertretern der Presse und der Gewerkschaften sowie an Menschen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, nehmen zu.


Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung stärken

Die Industrieländer werden aufgefordert, ihre Zusagen von öffentlicher Entwicklungshilfe einzuhalten, insbesondere die Bereitstellung von 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens für diese Aufgaben. Gefördert werden soll eine verstärkte Nord-Süd- und Süd-Süd-Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation. Zu den Zielvorgaben gehört es auch, ein gerechtes multilaterales Handelssystem unter dem Dach der Welthandelsorganisation zu schaffen.

Trend: Wesentliche Herausforderungen bleiben bestehen: Die öffentliche Entwicklungshilfe geht zurück, die privaten Investitionsströme sind nicht ausreichend auf die Nachhaltigkeitsziele abgestimmt, es gibt weiterhin eine erhebliche digitale Kluft und es bestehen anhaltende Handelsspannungen. Eine verstärkte internationale Zusammenarbeit ist erforderlich zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.