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Nachhaltige Wirtschaft im Praxistext

Die 17 SDGs beweisen sich vor allem in ihrer praktischen Umsetzung. Umso wichtiger sind Unternehmen, die nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anbieten. Mit Startup-Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die mit Authentizität, transparenten Lieferketten und einer Kombination von Nachhaltigkeit und Qualität punkten, diskutierte die DGVN jüngst im Berliner Impact Hub Praxisbeispiele. Doch die Herausforderungen, am Markt zu bestehen und den „König Kunde“ dauerhaft zu gewinnen, bleiben. Oftmals sehen sich die Jungunternehmen als Treiber für die Großen und als Katalysator für die Verankerung eines nachhaltigeren Wirtschaftens.

Bundesweit sind - wie hier in Castrop-Rauxel - schon rund 16.000 Streetscooter E-Kleinlieferwagen weitgehend emissions- und lärmfrei - vor allem bei der Post- und Paketzustellung - im Einsatz (Bild: H.C. Neidlein)

Von „keine Armut“ über „kein Hunger“, „Gesundheit und Wohlergehen“ bis zum Schutz der Ozeane („Leben unter Wasser“), „nachhaltige Städte und Gemeinden“, „Maßnahmen zum Klimaschutz“ und „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sind breit gefächert und beschreiben eine bessere Welt. Um dahin zu kommen und die Ziele bis zum Jahr 2030 umzusetzen ist nicht nur die Politik gefordert, sondern alle, auch die Wirtschaft und die Konsumenten, wie Tim Richter, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) unterstreicht. Sind doch weitere wichtige Entwicklungsziele „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ im Sinne guter Arbeitsplätze und eines dauerhaften, inklusiven und nachhaltigen Wirtschaftswachstums sowie „Nachhaltiger Konsum und Produktion“.

Klar ist jedenfalls, dass es Innovationen und nachhaltige Ansätze in der Wirtschaft braucht, um die UN-Entwicklungsziele zu erreichen. Doch ist es möglich, nachhaltiger zu agieren und trotzdem wirtschaftlich erfolgreich zu sein? Welchen Beitrag können Unternehmen tatsächlich leisten? Und vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen mit einem nachhaltigen Ansatz? In einer spannenden Veranstaltung präsentierte und diskutierte die DGVN hierzu jüngst im Berliner Impact Hub Praxisbeispiele mit Startup-Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

Streetscooter: Umweltfreundlichere Logistik mit E-Nutzfahrzeugen

Schon am etabliertesten ist Streetscooter, Tochtergesellschaft der Deutschen Post DHL und Hersteller von Elektrofahrzeugen. Anspruch ist eine umweltfreundlichere Logistik, insbesondere in den Innenstädten. 25.000 E-Bikes und E-Trikes sowie 16.000 E-Kleintransporter Streetscooter Work hat das Unternehmen, vor allem für die Post- und Paketzustellung, schon auf der Straße. Ziel ist eine zu 60 Prozent CO2-freie Zustellung bis zum Jahr 2030 und eine 100 Prozent CO2-freie Zustellung bis zum Jahr 2050. „Wir sehen uns auch als Nachhaltigkeitstreiber bei der gesamten DHL im Rahmen der Go Green Kampagne“, so Andreas Sujata, Vertriebsleiter Pedelec/Cargo Pedelec. Der Konzern übernahm Ende 2014 das als Ausgründung der RWTH Aachen entstandene Jungunternehmen. Derzeit sei man dabei, die Streetscooter auch verstärkt außerhalb der Postwelt und im ländlichen Raum einzusetzen, berichtet Sujata. So setzen mittlerweile auch Unternehmen wie der „Der Milchmann“ in Großbritannien den E-Kleintransporter ein, ebenso Stadtwerke und Kommunen. Und in Großstädten wie Berlin brumme der Absatz von E-Lastenfahrrädern, auch getrieben durch politische Vorgaben. „Viele andere Firmen sind mittlerweile auch auf dieses Pferd aufgesprungen und wir konnten einen positiven Impuls für E-Transporter im Nutzfahrzeugbereich geben“, sagt Sujata.

Sirplus: Lebensmittel vor der Mülltonne retten

Überschüssige Lebensmittel vor der Mülltonne retten möchte Sirplus. Das Unternehmen kauft kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehende, aber noch bestens genießbare Lebensmittel von Herstellern und Händlern auf und verkauft diese weiter. „Wir wollen das Lebensmittel retten Mainstream machen und eine nachhaltige Produktion und Konsum fördern“, sagt Geschäftsführer Raphael Fellmer. So werden allein Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr weggeworfen. Und zwar nicht, weil sie alle schimmelig oder verdorben wären, sondern meist, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder beispielsweise Gemüse und Obst nicht der Norm entspricht, weil es zu krumm, zu klein oder zu groß ist. Allein in den Haushalten landen 30 bis 50 Prozent der Lebensmittel im Müll. „Viele Menschen kennen den Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum nicht“, so Fellmer, „hier wollen wir aufklären und gegensteuern“. Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist kein Wegwerfdatum. Vielmehr gibt es den Zeitpunkt an, bis zu dem ein Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften (z. B. Geschmack, Farbe und Konsistenz) behält. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch verdorben. „Also anschauen, riechen und vorsichtig kosten“, rät Fellmer. Anders das Verbrauchsdatum: Es gilt für mikrobiologisch sehr leicht verderbliche Lebensmittel wie zum Beispiel Hackfleisch, die nach Ablauf des Verbrauchsdatums mit mikrobiologischen Risiken für die menschliche Gesundheit verbunden sein können.

Mit über 300 Partnern aus der Landwirtschaft, der Lebensmittelproduktion und dem Handel arbeitet Sirplus derzeit zusammen, um frisches Obst und Gemüse sowie Trockenprodukte vor der Tonne zu bewahren. Das Startup betreibt einen Online-Shop sowie drei „Rettermärke“ in Berlin, wo entsprechend geprüfte Produkte, die das Mindesthaltsbarkeitsdatum überschritten haben, verkauft werden. Über 50 Arbeitsplätze, darunter auch für Flüchtllinge, wurden auf diese Weise schon geschaffen.

Abury: Junge Designer mit lokalen Handwerkern zusammenbringen

Als „Fairtrade-Lifestyle Unternehmen“ versteht sich die Berliner Modemarke Abury, so Gründerin und Geschäftsführerin Andrea Bury. „Angefangen hat alles, als ich zwei Jahre in Marokko lebte und wir mit lokalen Handwerkern zusammen ein altes Haus bei Marrakesch umbauten. Ich tauchte tief in die alten Traditionen ein, war jedoch auch geschockt so sehen, dass die lokalen Kunsthandwerker kein faires Einkommen mehr bekommen, weil Billigimporte den Markt überschwemmen“, erzählt sie. Daraus entstand die Idee, junge Designer mit den lokalen Handwerkern zusammenbringen, direkte Lieferketten aufzubauen und die Produkte professionell, vor allem per online-Shop, zu vermarkten. Angeboten werden beispielsweise Taschen, Schuhe, Textilien und Schmuck. Bis zu 50 Prozent der Gewinne fließen über eine unternehmenseigene Stiftung wieder in die lokalen Gemeinden zurück, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet: so beispielsweise in einen Schulbau in Marokko oder in die Finanzierung von 38 Webstühlen in Äthiopien. „Unser Ansatz kann nur funktionieren, wenn wir alle eng zusammenarbeiten, auch mit den Konsumenten“, sagt Bury. Die Individualität der Produkte und ihre ganze eigene „Geschichte“ stehen dabei im Mittelpunkt. „Wir haben das Glück, dass wir noch relativ klein sind und tatsächlich die meisten unserer Produzenten noch kennen. So kann sich auch Vertrauen aufbauen, denn viele lokale Kunsthandwerker haben schon schlechte Erfahrungen mit Designklau gemacht“, berichtet Bury.

Einhorn: Vegane Kondome und mehr

Einen gewissen Kultstatus hat sich schon das junge Berliner Unternehmen Einhorn aufgebaut, das mit viel Witz und Kreativität vor allem vegane Kondome anbietet und dabei ist, weitere nachhaltig und fair produzierte Hygieneartikel zu entwickeln. „Als wir uns gründeten haben wir uns die Ungerechtigkeit in der Welt angeschaut und die globalen Probleme. Daraus entstand die Idee, ein Unternehmen aufzubauen, das fair zu den Lieferanten und zur Umwelt ist“, erzählt Elisa Naranjo, Head of Fairstainability. „Keiner hatte damals an Kondome gedacht, wobei ich das heute eine super Idee finde“. So verbrachte sie in den vergangenen drei Jahren selbst sieben Monate im Süden vor Ort, um die regionale Lieferkette beim Kautschukanbau und der Latexherstellung kennenzulernen. „Uns ist es sehr wichtig, wie die lokale Perspektive aussieht“. So stellten sich die Einhorn-Macher eigentlich vor, dass die kooperierenden Kautschukbauern in Malaysia zeitnah komplett auf den Einsatz des Herbizid Glyphosats verzichten. Doch „dann lernten wir, wie stark sie Angst vor Schlangen haben“. Deshalb wurde die Herbizidausbringung bei den Lieferanten nicht sofort untersagt, sondern intensiv beraten und nach alternativen Möglichkeiten gesucht. Mittlerweile wird das Unkraut maschinell mechanisch entfernt. Erreicht werden konnte beispielsweise auch eine Anpassung des Gehaltssystems auf der Plantage. Zum Mindestlohn bekommen sie 15 Prozent von Einhorn dazu. Nicht ganz einfach gestaltet sich momentan allerdings die Suche nach zertifizierten Bio-Lieferanten und Verarbeitern für Baumwoll-Tampons und Hygienebinden, der neuesten Produktgruppe, die Einhorn anbieten will. „Manchmal ist es ziemlich anstrengend und aufwendig, doch es geht darum, gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, sagt Naranjo.

Goodforgrowth: Gesundes spaßig machen, damit Kinder besser essen

 „Wir machen Gesundes spaßig, damit Kinder besser essen“, lautet der Slogan von Goodforgrowth. Mit schmackhaften Rezepturen aus zertifiziertem Bio-Obst und Bio-Gemüse sowie lustiger Verpackung und Spielespaß versucht das Berliner Unternehmen Kinder schon im frühen Alter mit Obst und Gemüse anzufreunden. Zuckerzusatz, Farb- oder Konservierungsstoffe kommen dabei aus Überzeugung den Firmengründern Alex und Natacha Neumann nicht in die Tüte. Produkte wie Cerealien haben einen 30 bis 40 Prozent niedrigeren Zuckergehalt als vergleichbare Produkte. Das Sortiment zählt mittlerweile mehr als 50 Produkte, die weltweit in über 10.000 Märkten, darunter Bioläden, Drogerien und Supermärkten sowie im eigenen Online-Shop vertrieben werden. Marken sind die „Frechen Freunde“, „Rebelicious“ und „Googly Fruit Organic“.

Unterstützt wird der Verkauf beispielsweise durch eine „Roadshow“ mit einem bunten Londoner Doppeldecker mit Küche im Unterdeck, „wo Kinder auch mal neue Sachen ausprobieren können“. Die Aktion kam so gut an, dass im kommenden Jahr drei Busse für eine Deutschland weite Tour vor Kitas angemietet werden sollen. Als Schwachstelle sieht Neumann allerdings noch die Kunststoffverpackungen, welche das Unternehmen teils einsetzt. Allerdings wurde ein eigenes Recyclingsystem, das „Quetschie“-Sammeln ins Leben gerufen. Seit 2017 sind die Obst- und Gemüsepürees in Verpackungen versiegelt, die zu über 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, mit Ethanol aus Zuckerrohr als Basis.

„Wir sehen mit unseren Produkten einen großen Hebel, Bewusstsein zu schaffen und die Großen anzutreiben und sie zu provozieren, ihre Produkte zu verbessern“, sagt Neumann. Dabei agiere man teils bewusst provokativ gegen Nestle und Kellogs.

Pandoo: Bambus als Alternative zu Plastik

Auf Bambus als Alternative zu Plastik, setzt das Konstanzer Jung-Unternehmen Pandoo. Angeboten wird eine breite Palette von Bambus-Zahnbürsten über Socken bis zu Wattestäbchen, Handtüchern, Strohhalme oder Bechern. Vertrieben werden sie über einen eigenen Online-Shop sowie in Kooperation mit Partnern. „Mit ultra schnell wachsenden Rohstoffen nachhaltig durch den Alltag“, lautet der Slogan, als Alternative zu Kunststoff und dem Fällen von Bäumen für die Holznutzung. „Unsere Ursprungsidee entstand, als unser Firmengründer in Malaysia durch Kunststoff vermüllte Strände und die Abholzung sah“, erzählt Carol Wannenmacher, zuständig für das Marketing des fünfköpfigen Unternehmens. Sie unterstreicht die Vorteile von Bambus, der ohne künstliche Bewässerung, Pestizide und Düngung auskommt und dazuhin sehr robust und widerstandsfähig sei. Nachteil sind allerdings die vielen Transportkilometer des hauptsächlich aus China importierten Bambus, was jedoch durch freiwillige Zahlungen an Klimaschutzprojekte von My Climate kompensiert werden soll. „Wir haben einen hohen Anspruch, uns ist es wichtig, zu unseren Kunden ehrlich zu sein“, sagt Nonnenmacher. So komme man derzeit beispielsweise bei veganen Zahnbürsten nicht völlig an einem Plastikanteil vorbei, weil die derzeit einzig verfügbare Alternative zu Schweineborsten Kunststoffborsten seien. Auch beim Vertrieb gibt es Kompromisse. So werden die Pandoo-Produkte auch bei Amazon gelistet, wobei der Versand mit Kunststoffverpackungen läuft. „Wir bekommen hier einiges an negativem Feedback, doch können in diesem Fall leider nicht viel machen. Doch wollen wir den Vertrieb über weitere Vertriebspartner ausbauen“, sagt Wannenmacher.

Mission wichtig - doch das Bestehen am Markt fordert

Der Spagat zwischen hohem Anspruch in punkto Nachhaltigkeit sowie der Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Kundenansprüchen treibt auch die anderen genannten „grünen“ Unternehmen um, wobei die Mission für eine bessere Welt immer wichtig bleibt. „Ob wir jedoch mit unserem Produktanspruch der Nachhaltigkeit wirklich einen Wettbewerbsvorteil haben, ist schwierig zu sagen“, sagt Naranjo. Doch jedenfalls wollen man Nachhaltigkeit „mit dem besten Produkt am Markt“ verbinden und bei der Nachhaltigkeit nicht warten, „bis wir die 100 prozentige Lösungen haben“, sondern in die richtige Richtung gehen. Auch Neumann hat „nicht den Anspruch von Anfang an alles komplett besser zu machen“, sondern sich stetig in punkto Nachhaltigkeit und Qualität zu optimieren. In der Nachhaltigkeit der Produkte sieht vor allem einen Wettbewerbsvorteil über die Gewinnung motivierter Mitarbeiter. Zu schaffen macht nicht nur seinem Unternehmen eine „Billigkauf“-Mentalität von Konsumenten.  

Wobei sowohl Pandoo-Mitarbeitern Wannenmacher als auch Streetscooter-Vertriebsleiter Sujata unterstreichen, dass „grüne“ Wettbewerber das Geschäft beleben und insgesamt das nachhaltigere Produktsortiment am Markt voranbringen. „. Als Joker beim Marketing setzen allerdings gerade die kleineren Startups auf ihre Authenzität, das bestenfalls persönliche Verhältnis zu den Produzenten und transparente Lieferketten. Wobei sie sich meist mit ausgefeilten Nachhaltigkeitsberichten, die gespickt mit Kennzahlen sind, aus Budget- und Ressourcengründen meist schwertun.

Ganz ohne Wachstum geht es nicht – anspruchsvolle Finanzierung

Wie sieht es mit Wachstumsstrategien aus, leben auch „grüne“ Unternehmen vom Wirtschaftswachstum? In gewissen Maßen schon, „denn auch als nachhaltiges Unternehmen möchten wir ja wachsen“, sagt Fellmer. Doch gebe es sicherlich Grenzen, denn „eigentlich sollten ja in der Gesellschaft nur die guten Dinge wachsen“. Insofern habe man auch den Anspruch, die Großen wie Edeka anspornen. „Wenn es uns in drei Jahren am Markt gar nicht mehr gibt, weil dies Größere umsetzen, haben wir unser Ziel erreicht“, sagt auch Neumann. Doch vorerst setzt er auf Skaleneffekte, um „Dinge besser zu machen und mehr bewirken zu können“. Wobei die Finanzierung für etliche „grüne“ Startups anspruchsvoll bleibt: oftmals leben sie aus dem Cashflow und nutzen Crowdfunding wie bei Einhorn oder Sirplus, die eigene Finanzierung durch die Gründer wie Pandoo oder „Freunde und Familie“ wie bei Abury. Die Zusammenarbeit mit Investoren hält Einhorn-Mitarbeiterin Naranjo für schwierig.

Bewusstseinswandel und politische Anreize nötig

Einen grundsätzlichen Sinneswandel in punkto Nachhaltigkeit, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, fordert Sujata ein. Hierbei sieht er neben den Verbrauchern vor allem die Industrie selbst gefordert, auch bei der Entwicklung von neuen„nachhaltigeren Produkten wie Elektrofahrzeugen besser zu kooperieren. „Wir brauchen in Zukunft auch keinen Hersteller, der 27 Elektroautos alleine anbietet, hier ist mehr Zusammenarbeit und Abstimmung nötig“, sagt er. An die Macht der Politik für mehr nachhaltiges Wirtschaften glaubt er übrigens ebenso wenig wie Neumann, dies müsse hauptsächlich vom Markt und einem Bewusstseinswandel ausgehen. Mehr auf „intelligente Gesetze“ mit entsprechenden finanziellen Kaufanreizen für nachhaltige Produkte baut dagegen Naranjo. „Der Mensch ist schon sehr gemütlich, deshalb brauchen wir auch eine entsprechende Gesetzgebung und andere Preise“, sagt sie auf die Frage von DGVN-Vorstandsmitglied Richter nach der Notwendigkeit einer C02-Bepreisung. „Wir brauchen beides, eine andere Politik und einen Bewusstseinswandel“, baut Pandoo-Mitarbeiterin Wannenmacher eine Brücke.

Hans-Christoph Neidlein