Internationale Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit

Die Vereinten Nationen (United Nations – UN) haben sich in der UN-Charta, dem Gründungsdokument der Vereinten Nationen das Ziel gesetzt, „internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen“. Die Charta bildet die Basis, auf der die UN in vielen Themenfeldern seit ihrer Gründung im Jahr 1945 tätig sind.

UN-Logo

Über die Jahre haben die Vereinten Nationen ein komplexes Gebilde von Institutionen geschaffen, die in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Auf diesen Seiten soll dieses Konstrukt aus Institutionen der UN sowie ihre Tätigkeitsfelder beleuchtet werden. Dazu gehören sowohl die Institutionen auf zwischenstaatlicher Ebene, als auch die zahlreichen UN-Sonderorganisationen, Fonds und Programme.

Die Zivilgesellschaft ist ein aktiver Partner der Vereinten Nationen. Sie liefert nicht nur Expertise zu bestimmten Sachthemen, sie ist auch oftmals ein Partner der Entwicklungszusammenarbeit vor Ort. Internationale sowie nationale zivilgesellschaftliche Organisationen spielen daher eine bedeutende Rolle im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, sowohl bei der Beeinflussung nationaler Gesetzgebung und bei der internationalen Norm- und Standardsetzung, als auch bei der Hilfe in den Ländern. In Deutschland sind einzelne Organisationen oft in Dachverbänden organisiert. Einen Überblick finden Sie auf den folgenden Seiten.

Institutionen auf zwischenstaatlicher Ebene und des UN-Sekretariats

Institutionen auf zwischenstaatlicher Ebene

Generalversammlung: Die UN-Generalversammlung dient als Forum für globale Diskussions- und Meinungsbildungsprozesse, aus denen sich bestimmte Normen und Standardsetzungen entwickeln. Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben eine Stimme in der Generalversammlung, sie ist eines der sechs Hauptorgane der UN. Aufgrund der Vielzahl an Themen, die in der Generalversammlung behandelt werden, haben die Mitgliedstaaten diese Themenvielfalt, ähnlich wie nationale Parlamente, auf fünf Ausschüsse verteilt. Für die Entwicklungsfragen sind dabei der zweite (Wirtschaft und Finanzen) und dritte Ausschuss (Soziales, Humanitäre Fragen und Kultur) relevant.

ECOSOC: Dem Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (Economic and Social Council – ECOSOC) gehören 54 Mitgliedstaaten an. Als einem der sechs Hauptorgan der UN kommt ihm die Aufgabe zu, die für wirtschaftliche, soziale, kulturelle und humanitäre Themen zuständigen Sonderorganisationen, Fonds und Programme, Kommissionen und Ausschüsse zu koordinieren. Die Beschlüsse des Rates sind nicht rechtlich bindend, er kann lediglich Empfehlungen abgeben und untersteht zudem der Autorität der Generalversammlung. Eine seiner wichtigsten Funktionen im Bereich Entwicklungspolitik ist die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung der alle vier Jahre stattfindenden Überprüfung der UN-Entwicklungsaktivitäten (Quadrennial Comprehensive Policy Review – QCPR).

UN DESA im UN-Sekretariat: Die Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (Department of Economic and Social Affairs – DESA) im UN-Sekretariat unterstützt die Arbeit zwischenstaatlicher Einrichtungen wie des ECOSOC administrativ, arbeitet aber auch inhaltlich zu. Damit hat die Abteilung auch die Verantwortung für die Vor- und Nachbereitung von Weltkonferenzen in den Bereichen Wirtschaft und Soziales. Zudem leistet DESA in geringem Umfang technische Hilfe in Entwicklungsländern.