Bericht über die menschliche Entwicklung

 

Der Bericht über die menschliche Entwicklung (Human Development Report, HDR) wird in der Regel einmal im Jahr seit dem Jahr 1990 vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) iherausgegeben. Er bietet eine Grundlage für Debatten über die drängendsten Herausforderungen, denen sich die Menschheit gegenüber sieht.

Die DGVN hat für viele der Jahrgänge des Berichts über die menschliche Entwicklung eine deutschen Fassung herausgegeben. Seit dem Jahr 2016 gibt die DGVN jeweils eine ins Deutsche übersetzte Kurzfassung des Berichts über die menschliche Entwicklung heraus. Die von der DGVN ins Deutsche übersetzten Bericht finden Sie hier.

HDR 2016: Menschliche Entwicklung für Alle

Im März 2017 hat das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) den Bericht über die menschliche Entwicklung 2016 veröffentlicht. Der Bericht steht unter dem Titel "Menschliche Entwicklung für Alle". Zentrale Botschaft des Berichts ist, dass weiterhin Millionen von Menschen nicht von den weltweit großen Erfolgen bei der menschlichen Entwicklung profitieren. So sind in den letzten 25 Jahren zwar 1 Milliarde Menschen aus der extremen Armut herausgekommen, diese positiven Entwicklungen erreichen aber nicht alle Gruppen in der Gesellschaft und lassen insbesondere die besonders Bedürftigen zurück.

In der UNDP-Pressemitteilung zu dem Bericht heißt es entsprechend, dass "ein Vierteljahrhundert beeindruckender Fortschritte bei der menschlichen Entwicklung [...] weiterhin dennoch zahlreiche Menschen zurück [lasse], die von systemischen, oft nicht erfassten Hindernissen betroffen sind." Fazit des Berichts ist daher, dass ein stärkerer Fokus auf diejenigen, die ausgeschlossen sind, dringend nötig ist, um eine nachhaltige Entwicklung für alle zu ermöglichen.

Auch Thomas Silberhorn, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, stellte auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Berichts in Deutschland fest, dass die erheblichen Fortschritte, die seit der Veröffentlichung des ersten Berichts über die menschliche Entwicklung im Jahr 1990 erzielt worden seien, ungleich verteilt sind: "Frauen stehen in allen Regionen schlechter da als Männer. Alle sind gefordert, diese Kluft zu schließen. Denn dort, wo Frauen Zugang zu Bildung, Eigentum und Finanzen haben, geht die Entwicklung eines Landes deutlich schneller voran.“ Der Bericht legt dar, dass es häufig systematische Benachteiligungen sind, die Frauen ebenso wie andere Gruppen von Fortschritt ausschließen. Diese Entwicklungshemmnisse sind demnach nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch politischer, sozialer und kultureller Natur.

Laut dem Bericht sind es darüber hinaus insbesondere indigene Bevölkerungen, Menschen in ländlichen Gebieten, ethnische Minderheiten, Mitglieder der LGBTI-Gemeinschaft, Migrantinnen und Migranten sowie Flüchtlinge, die besonders oft von Fortschritten ausgeschlossen bleiben.

 

Weiterführende Informationen:

Webseite des HDR-Büros von UNDP

Webseite des Büros für den Bericht über die menschliche Entwicklung

 

 

Index der menschlichen Entwicklung

Für den Bericht über die menschliche Entwicklung wird jeweils auch der Index über die menschliche Entwicklung (Human Development Index, HDI) erfasst, welcher das Level der menschlichen Entwicklung anhand von Bildung, Lebenserwartung und dem Lebensstandard erfasst.

Der Index gilt als ein wichtiger Referenzrahmen zur Messung des Entwicklungsstandes in verschiedenen Ländern, der über eine bloße Erfassung des wirtschaftlichen Wachstums und des Bruttoinlandsprodukts hinausgeht.

Ausgewählte Platzierungen des HDI 2016:

  • 1: Norwegen
  • 2: Australien | Schweiz
  • 4: Deutschland
  • 5: Dänemark
  • 6: Singapur
  • 7: Niederlande
  • 8: Irland
  • 9: Island
  • 10: Kanada
  • 11: USA
  • 12: Hongkong
  • 13: Neuseeland
  • 14: Schweden
  • 15: Liechtenstein
  • 16: Vereinigtes Königreich
  • 17: Japan
  • 18: Südkorea
  • 19: Israel
  • 20: Luxemburg
  • 21: Frankreich
  • 22: Belgien
  • 23: Finnland
  • 24: Österreich
  • 36: Polen
  • 38: Saudi-Arabien
  • 45: Argentinien
  • 49: Russland
  • 59: Malaysia
  • 69: Iran
  • 70: Georgien
  • 71: Türkei
  • 77: Mexiko
  • 79: Brasilien
  • 87: Thailand
  • 90: China
  • 91: Fidschi
  • 94: Jamaika
    105: Malediven
  • 111: Ägypten
  • 113: Indonesien
  • 119: Südafrika
  • 123: Marokko
  • 131: Indien
  • 139: Ghana
  • 152: Nigeria
  • 154: Papua-Neuguinea
  • 163: Haiti
  • 169: Afghanistan
  • 187: Niger
  • 188: Zentralafrikanische Republik