UN-Aktuell Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung (SDG 8)

Riesige Marktchancen für „grüne“ Produkte aus dem Süden

Das Bild zeigt einen Laster mit Baumstämmen.

Der Handel mit Forstprodukten ist ein Sektor, wo ein Übergang zu einer grünen Wirtschaft wichtige Impulse für Umwelt und Gesellschaften liefern kann. Foto: UNEP

„In der heutigen zunehmend vernetzten Welt, in der jedes Jahr mit Waren und Dienstleistungen im Wert von Billionen Dollar gehandelt wird, ist eine ‚grüne‘ Umgestaltung des Handels weiterhin mit Herausforderungen, aber auch mit neuen Möglichkeiten verbunden.“ Dies stellte Achim Steiner, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP, kürzlich bei der Vorstellung eines UNEP-Berichtes die Bedeutung des Handels mit „grünen“ Gütern fest.

Der Bericht unter dem Titel „Green Economy and Trade – Trends, Challenges and Opportunities“ (Grüne Wirtschaft und Handel – Trends, Herausforderungen und Möglichkeiten) diagnostiziert, dass die rasche Ausweitung des internationalen Handels in den letzten beiden Jahrzehnten wirtschaftliches Wachstum gefördert und Fortschritte im Kampf gegen die Armut in Entwicklungsländern ermöglicht hat. Gleichzeitig hat das vermehrte Handelsvolumen die übermäßige Nutzung natürlicher Ressourcen erhöht, die Menge der klimaschädlichen Emissionen vergrößert und zu einer wachsenden sozialen Ungleichheit beigetragen.

Große Marktchancen für Entwicklungsländer

Die wachsende internationale Nachfrage nach „grünen“ Waren und Dienstleistungen eröffnet den Entwicklungsländern die Möglichkeit zur Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung. Zwar macht der Handel mit diesen „grünen“ Gütern bisher nur einen kleinen Teil des gesamten Welthandels aus, aber er steigt rasch an. In dem Bericht wird dargestellt, dass Entwicklungsländer über ein großes Angebot an erneuerbaren Ressourcen verfügen, für die auf den Weltmärkten ein großer Bedarf besteht. Dies wird an den Beispielen Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Industrie, Erneuerbare Energie und Tourismus konkretisiert.

Der weltweite Markt für Bionahrungsmittel und -getränke wird sich nach Einschätzung der UN-Fachleute von 62,9 Milliarden Dollar im Jahre 2011 auf 105 Milliarden Dollar im Jahre 2015 erhöhen. Besonders rasch steigt dabei der Markt für organisch angebauten Tee. Große Wachstumsraten weist auch der Absatz zertifizierter Holzprodukte auf. Mittlerweile werden 400 Millionen Hektar Waldfläche (etwa ein Zehntel der weltweit forstwirtschaftlich genutzten Flächen) nach den Vorgaben von ökologisch ausgerichteten Zertifizierungsrichtlinien bewirtschaftet. Die jährlichen Verkäufe dieser Forstprodukte erreichen mehr als 20 Milliarden Dollar.

Solche Daten bringen Achim Steiner zu der Überzeugung: „Der Übergang zu einer grünen Wirtschaft kann neue Handelsmöglichkeiten eröffnen, die wiederum dazu beitragen, den globalen Handel nachhaltiger zu gestalten.“ Er fügt hinzu: „Gleichzeitig ist der Handel mit ökologischen Waren und Dienstleistungen eindeutig ein Gebiet, auf dem viele Entwicklungsländer komparative Vorteile haben. Bei der Umsetzung einer richtigen Politik und Preisgestaltung sind Entwicklungsländer gut positioniert, den globalen Übergang zu einem nachhaltigeren Wirtschaften zu unterstützen.“

Staatliche Verwaltungen und Unternehmen vor großen Aufgaben

Aus dem Bericht geht hervor, dass für eine erfolgreiche Transformation eine ganze Reihe von Maßnahmen des Staates und der Privatwirtschaft erforderlich sind. Dazu gehören u.a. öffentliche Investitionen in zentrale Bereiche der wirtschaftlichen Infrastruktur, technische Unterstützung, gezielte Ausbildungsprogramme, die Beseitigung von Subventionen für nicht-nachhaltige Produktionsprozesse sowie Gesetze und Verordnungen, die den Übergang zu einer grünen Wirtschaft und einer nachhaltigen Entwicklung fördern. Die Industrie muss u.a. ressourcen-effizientere Produktionsmethoden einsetzen und internationale Marktchancen für umweltfreundliche erzeugte Waren und Dienstleistungen nutzen.

Der Bericht steht auf der UNEP-Website zum Herunterladen bereit.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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