Energiefragen & Treibhausgase

Schädigung der Ozonschicht wird gestoppt

Über den Wolken

FCKW und Halone gefährden die Ozonschicht, die die Erde wie ein Schutzmantel umgibt. Foto: UNEP

Die Produktion und der Verbrauch von ozonzerstörenden Substanzen haben sich im letzten Vierteljahrhundert um 98 Prozent vermindert. Diese positive Bilanz konnte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am 16. September 2012 ziehen. Genau 25 Jahre vorher hatten 24 Regierungen und die EU das „Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen“ unterzeichnet. Inzwischen haben 197 Länder dieses Abkommen ratifiziert. Es ist wahrscheinlich das erfolgreichste Umwelt- und Klimaschutzabkommen der letzten Jahrzehnte, und deshalb erklärte Ban Ki-moon aus Anlass des Jubiläums: „Ich fordere die Regierungen und alle anderen Partner auf, im selben Geist mit den großen Umwelt- und Entwicklungsherausforderungen unserer Tage umzugehen. Gemeinsam können wir die Zukunft schaffen, die wir uns wünschen.“

Als das Ozonloch entdeckt wurde

Hintergrund des „Montreal-Protokolls“ war 1987 die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und Halone auf dramatische Weise die Ozonschicht schädigten. Ozon, bestehend aus je drei Sauerstoffatomen, bildet in der Stratosphäre in etwa 15 bis 40 Kilometer Höhe eine Schutzschicht für die Erde vor UV-Strahlung aus dem Weltraum. Die Ozonschicht trägt auch dazu bei, die Erderwärmung zu begrenzen. Ozonschädigenden Gase brauchen mehrere Jahre, bis sie in die Stratosphäre aufgestiegen sind, aber dann zerstört ein einziges dieser Moleküle bis zu 100.000 Ozonmoleküle. Dies erkannten Wissenschaftler in den1970er und 1980er Jahren und sagten voraus, dass eine weitere Produktion von FCKW und Halonen alles Leben auf der Erde zerstören würde. Die Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis machte 1985 die Notwendigkeit zu handeln besonders deutlich.

FCKW wurde damals vor allem als Kühlmittel in Kühlschränken, in Spraydosen und zur Herstellung von Schaumstoffen verwendet. 1986 wurden in Deutschland mehr als 110.000 Tonnen FCKW produziert, und entsprechend groß war der Widerstand der Industrie gegen das Verbot. Halone hatten ein geringere Bedeutung, wurden aber zum Beispiel für Feuerlöscher genutzt. Es gelang binnen weniger Jahre, Ersatzstoffe für FCKW und Halone zu entwickeln und die Produktion ozonschädigender Substanzen in Deutschland bis Mitte der 1990er Jahre auslaufen zu lassen. Auch in anderen Ländern wurde das Verbot der Gase angesichts eines wachsenden Ozonlochs über der Antarktis und einer stark zurückgehenden Ozonschicht über der Arktis beschleunigt.

Zum Erfolg des „Montreal-Protokolls“ hat wesentlich beigetragen, dass 1991 zur Unterstützung der Entwicklungsländer ein „Multilateraler Fonds für die Durchführung des Montreal-Protokolls“ (Multilateral Fund fort he Implementation oft the Montreal Protocol) mit Sitz in Montreal geschaffen wurde. Die finanzielle und technische Unterstützung hat dazu geführt, dass auch Entwicklungsländer rascher als vereinbart die Produktion und den Verbrauch ozonschädigender Substanzen eingestellt haben. Bisher sind durch den Fonds 6.800 Projekte mit insgesamt 2,9 Mrd. US-Dollar unterstützt worden. Die Projekte werden betreut vom UN-Umweltprogramm UNEP, vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP, von der UN-Organisation für industrielle Entwicklung UNIDO und von der Weltbank.

Die Ozonschicht erholt sich erst in Jahrzehnten

Dass heute nur noch so geringe Mengen FCKW und Halone produziert und verbraucht werden, verhindert nicht, dass die Ozonschicht in den kommenden Jahren weiter geschädigt wird. Erst nach einigen Jahrzehnten wird die Wirkung der bereits freigesetzten Substanzen deutlich zurückgehen. Als Problem erweist sich außerdem, dass einige der Ersatzstoffe ebenfalls eine ozonschädigende Wirkung haben und jeweils in zeitaufwendigen Prozessen ebenfalls verboten werden müssen.

Dennoch ist die internationale Vereinbarung von 1987 sehr bedeutsam, weil sie verhindert hat, dass die Ozonschicht auf unabsehbare Zeit und mit unabsehbaren Folgen geschädigt wird. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass viele Millionen Menschen durch die Umsetzung der Vereinbarung vor Haut- und Augenerkrankungen bewahrt werden konnten. Auch wäre ohne den Schutz der Ozonschicht der Klimawandel wesentlich rascher vorangeschritten. Marco Gonzalez, der Exekutivsekretär der Ozon-Sekretariats der Vereinten Nationen betonte anlässlich von 25 Jahren „Montreal-Protokoll“: „Unser Handeln im letzten Vierteljahrhundert hat dabei geholfen, dass wir uns auf eine Generation ohne Ozonprobleme zubewegen. Das ist wirklich ein Anlass zum Feiern!“

„Ein riesiger Erfolg“

Plakat mit einer großen 25 und Weltkugel
Plakat aus Anlass von 25 Jahren „Montreal-Protokoll“

Hans Claude vom Deutschen Wetterdienst äußerte anlässlich von 25 Jahren „Montreal-Protokoll“ in einem Beitrag des Deutschlandradios zur Bedeutung dieses internationalen Engagements: „Ohne die Ozonschicht in der Stratosphäre wäre ein Leben auf der Erde in der Form, wie wir das heute kennen, überhaupt nicht möglich.“ Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut erinnerte daran, dass es ohne die internationale Vereinbarung im Jahre 2050 keine Ozonschicht mehr gegeben hätte und verwies auf den langfristigen Charakter des Ozonschutzes: „Unsere Kinder und Enkelkinder werden es sein, die dann sehen, dass das Ozonloch nicht mehr auftritt. Wir werden das gar nicht mehr erleben.“ Dennoch ist das „Montreal-Protokoll“ für ihn „ein riesiger Erfolg“.

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist überzeugt, dass bei anderen internationalen Umwelt- und Klimainitiativen von den diesen Erfahrungen gelernt werden kann: „Das Montreal-Protokoll hat demonstriert, dass grundlegende Prinzipien allen Nationen helfen können. Dazu gehören eine Politik, die wissenschaftliche Kenntnisse berücksichtigt, ein politischer Ansatz der vorbeugenden Maßnahmen, eine gemeinsame, aber differenzierte Verantwortung und gleiche Möglichkeiten innerhalb und zwischen den Generationen.“

Weitere Informationen zum Schutz der Ozonschicht finden Sie auf der Website des Ozon-Sekretariats der Vereinten Nationen, das beim UN-Umweltprogramm UNEP angesiedelt ist, sowie beim UNEP-Informationsangebot von OzonAction.

Deutschsprachige Informationen zum Schutz der Ozonschicht hat das Umweltbundesamt zusammengestellt.

Ein riesiger Haufen Plastikmüll
Eine umweltfreundliche und kosteneffiziente Entsorgung von Müll könnte helfen, ozongefährdende Substanzen ohne Schädigung der Atmosphäre zu entsorgen. Foto: UN-News

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