Aktiv werden UN-Klimakonferenzen Klimaschutz (SDG 13)

Gemeinsam stark gegen den Klimawandel

© NeoAvantgarde/Pixabay

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Der globale Klimawandel ist in aller Munde: Längst haben die Menschen auf der gesamten Welt erkannt, welch hohes Gefahrenpotenzial er mit sich bringt. Die negativen Auswirkungen auf zahlreiche physikalische und biologische Systeme lassen die Menschen erschüttern: Zerstörerische Hurrikane, milde Winter und verheerende Dürren zeigen deutlich, wie wichtig konsequentere Maßnahmen zum Klimaschutz sind. Die Vereinten Nationen haben sich im jüngst verabschiedeten Klimaabkommen von Paris dieser Problematik angenommen. Zu der Weltklimakonferenz Ende des Jahres 2015 reisten insgesamt 151 Staats- und Regierungschefs und setzten einen neuen Meilenstein in der Geschichte der internationalen Klimaschutzpolitik: Endlich ist es gelungen, dass sich alle Länder zum Klimaschutz bekannt haben. Endlich tritt die Welt mit vereinten Kräften dem Klimawandel entgegen und setzt alles daran, Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung umzusetzen.

 

Zentrale Ziele des Pariser Klimaabkommens

Nach 14-tägigen Verhandlungen des UN-Klimagipfels ist es in Paris gelungen, allen Ländern die Notwendigkeit des Klimaschutzes nahezubringen. Die gesamte Welt hat sich dazu entschlossen, die Bekämpfung der globalen Erderwärmung gemeinsam in Angriff zu nehmen. Daher liegt das Hauptaugenmerk auf genau diesem Aspekt: Das zentrale Ziel des Abkommens ist die Reduzierung des globalen Temperaturanstiegs. Dabei will die Weltgemeinschaft die Erderwärmung nicht nur auf deutlich unter 2 Grad Celsius beschränken. Vielmehr sollen Anstrengungen unternommen werden, um langfristig die Marke von 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu unterschreiten. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll überdies absolute Treibhausgasneutralität erzielt werden.

Den Industrieländern wird auferlegt, entsprechende Ziele zu formulieren, die zur Verminderung des CO2-Ausstoßes dienen sollen. Zudem werden sie verpflichtet, schwächere Staaten bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz zu unterstützen. Auch sieht das Abkommen vor, dass die Industrieländer bis 2020 konkrete Finanzierungspläne erstellen sollen, sodass insbesondere diejenigen Regionen besser unterstützt werden können, die vom Klimawandel erheblich betroffen sind. Weiterhin haben sich die Vertragsstaaten mit ihren Unterschriften verpflichtet, ihre Klimaziele zukünftig zu erhöhen. Alle fünf Jahre sollen neu festgelegte nationale Ziele überdacht und bei den UN-Klimakonferenzen vorgestellt werden. Hierbei setzt das Pariser Abkommen auf klare Transparenz. Die Umweltpolitik der Zukunft soll anschaulich und verständlich sein. Auch wenn die freiwillig akzeptierten Verpflichtungen hinsichtlich der ab 2020 geplanten Emissionsreduzierungen teilweise nicht rechtlich verbindlich sind, haben die Vertragsstaaten dennoch eingewilligt, alle erdenklichen Maßnahmen so bald wie möglich einzuleiten, um das langfristige Temperaturziel zu erreichen.

 

Der Klimaschutz-Index beweist: Die Bundesregierung hat viel zu tun

Deutschland ist sich der Notwendigkeit geeigneter Klimaschutzmaßnahmen lange bewusst. Doch der aktuelle Klimaschutz-Index 2017 beweist: Es ist längst nicht genug getan.

Dieser Index wird als Instrument genutzt, um Transparenz in die internationale Klimapolitik zu bringen. Er bewertet mithilfe bestimmter Kriterien die Klimaschutzleistungen von den insgesamt 58 Staaten, die mit 90 Prozent den größten Teil des gesamten globalen energiebedingten CO2-Ausstoßes ausmachen.

Frankreich, Schweden und Großbritannien sind laut Index die absoluten Vorreiter, wenn es um Maßnahmen zur Emissionsvermeidung geht. Deutschland liegt weit dahinter: Die Bundesrepublik landet 2017 lediglich auf dem 29. Rang. Doch untätig ist die Bundesregierung nicht. Für das Jahr 2017 wurde der Haushalt für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) deutlich aufgestockt. Mit Ausgaben in Höhe von 5,621 Milliarden Euro im Umwelt- und Bauressort bezieht Deutschland klare Stellung: Es ist ein deutliches Bekenntnis, dass das Pariser Abkommen umgesetzt wird und zugleich die Zusagen zur Klimafinanzierung erfüllt werden sollen. Für die Klimaschutzinitiative auf internationaler Ebene werden gegenüber 2016 zusätzliche 48,6 Millionen Euro bereitgestellt, sodass insgesamt etwa 387 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Doch wie sehen die Bestrebungen konkret aus? Wer am Klimaschutz teilnimmt, wird gefördert. Kommunen und Länder können durch aktive Teilnahme an diversen Programmen Fördergelder erhalten. Ob für innovative Klimaschutz-Programme, kommunale Klimaschutz-Modellprojekte oder Richtlinien zur Förderung von KWK-Anlagen – die Bundesregierung stellt Anreize für jedermann. Auch private Haushalte werden gefördert.

 

Was kann ich tun?

Jeder Mensch kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Manchmal bedarf es lediglich geringer Veränderung der Verhaltensmuster oder anderer technischer und organisatorischer Maßnahmen, um die Folgen des Klimawandels langfristig abzumildern. Tagein, tagaus produzieren die Deutschen im Durchschnitt etwa 1,7 kg Müll sowie weit mehr als 30 kg schädliches Kohlenstoffdioxid. Dabei wäre es recht einfach, Strom, Wasser, Müll und schädliche Emissionen einzusparen. Ob in Wohnzimmer, Küche, Bade-, Schlaf- oder Arbeitszimmer – nur unwesentliche Verhaltensveränderungen und eine Spur mehr Umweltbewusstsein können Großes bewirken.

Das E-Book „123 praxisnahe Umwelttipps für Ihr Zuhause“ gibt Ihnen zahlreiche Tipps, um den Weg zu einem umweltfreundlicheren Dasein einzuschlagen. Neben allgemeinen Empfehlungen zur Reduzierung des Strom-, Wasser- und Heizungsverbrauchs finden die Leser praktische Hinweise zum bewussteren Umgang mit wertvollen Ressourcen. Der Kauf von Mehrwegflaschen und Nachfüllpacks, der Verzicht von Alufolie oder die Verwendung eines Schnellkochtopfes – es sind die kleinen Dinge im Leben eines jeden Einzelnen, die große Auswirkungen auf die Umwelt haben können. Von umweltfreundlichen Reinigungsmitteln über zielgerichtetes Einkaufen bis hin zu Energiesparoptionen im Arbeitszimmer – das E-Book zeigt anhand 100 aufschlussreicher Tipps, wie Privathaushalte am Umweltschutz teilnehmen können. Zudem werden interessante Do-it-Yourself-Tipps zur Wiederverwertung von Dingen vorgestellt, die eigentlich im Abfall landen sollten. Eine Lampe aus Fotokarton oder ein dekorativer Kerzenständer aus alten Tischbeinen – die kreativen Upcycling-Tipps verzaubern das eigene Zuhause nicht nur in eine individuell eingerichtete Wohlfühloase. Vielmehr helfen Schlallplattenschalen und Co. bei der nachhaltigen Müllreduzierung und unterstützen somit den Umweltschutz. Sicherlich leisten die genannten Tipps im E-Book nur ein kleiner Beitrag zum großen Ganzen. Doch sollte jeder Haushalt diese berücksichtigen, können jede Menge Strom, Wasser und andere Ressourcen weltweit eingespart werden.

 

Fazit

Das Inkrafttreten des Pariser Klimaabkommens im November 2016 stellt für die einzelnen Vertragsstaaten eine große Herausforderung dar. Sicherlich sind manche Details noch nicht vollständig geklärt. Dennoch ist erfreulicherweise festzuhalten, dass durch das Klimaabkommen bedeutsame Vorgaben für die künftigen Jahrzehnte gemacht werden konnten. Nun gilt es, konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung weiterzuentwickeln und umzusetzen. Jeder kann und muss hierbei aktiv mitwirken – Umweltschutz lebt vom Mitmachen, weshalb die Beteiligung eines jeden Bürgers eine wesentliche Rolle spielt.

 

Charleen Tesch, Neo Avantgarde

Die Online-Redaktion Neo Avantgarde hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Zusammenspiel von Innovation, Lebensgefühl und digitalen Trends einer medialen Gesellschaft zu beleuchten. Technologien beeinflussen Lebensqualität, Mentalität und Kultur. Neo Avantgarde sucht nach den neuen Ideen der digitalen Gestalter und den Fragen dieser Generation.

Bestehend aus freien Redakteuren, werden spannende und gesellschaftlich relevante Inhalte über digitale Lebenskultur entwickelt und in Form von frei verfügbaren Ratgebern weiterverbreitet. 

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