Frauen

Geschlechtergerechtigkeit ist ein Menschenrecht. Frauen haben das Recht auf ein Leben in Würde, ohne Angst und Not. Doch noch immer leben Frauen häufiger als Männer in Armut, haben seltener lesen und schreiben gelernt, haben einen schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Eigentum, Krediten, Ausbildung und Arbeitsplätzen. In vielen Gesellschaften leiden Frauen unter Gewalt, Diskriminierung und traditionellen Praktiken, die ihre Gesundheit schädigen und ihre Würde untergraben. Um Wege aus der Armut zu finden, ist die Stärkung der Rolle der Frauen ein wichtiger Weg. Auf der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung (ICPD) 1994 in Kairo haben 179 Staaten die bedeutende Rolle von Frauen für die Entwicklung anerkannt. Starke Frauen helfen die Gesundheit und die Produktivität ihrer Familien und Gemeinschaften zu sichern und die Chancen für die nächste Generation zu verbessern. Mit dem Aktionsprogramm der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo 1994 wurde das Konzept sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte definiert. Wichtige Ziele sind die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit, die auch als Millenniums-Entwicklungsziele festgeschrieben waren. Mit dem Programm von Kairo wurde ein Paradigmenwechsel vollzogen, weg von der “Bevölkerungskontrolle“, hin zu einem Entwicklungsansatz, der die Menschen und ihre Rechte in den Mittelpunkt stellt.
Die Umsetzung der Handlungsbereiche weltweit voranzutreiben und die Rechte von Frauen zu stärken ist die Aufgabe der „United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women“ (UN-Women). UN Women begleitet auch die Umsetzung der „Frauenkonvention“ (Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau – CEDAW). Auch CEDAW ist ein völkerrechtliches Dokument und gilt als das wichtigste Menschenrechtsinstrument für Frauen. Die Staaten, die CEDAW ratifiziert haben, werden zur rechtlichen und faktischen Gleichstellung von Frauen in allen Lebensbereichen, einschließlich der Privatsphäre, verpflichtet. Dadurch verpflichtet CEDAW nicht nur den Staat zu Gleichstellung, der Staat muss darüber hinaus auch eine aktive Politik zur Beseitigung der gesamtgesellschaftlichen Diskriminierung von Frauen zu verfolgen.

Logo der Kampagne He-for-She ©UN Women
Logo der Kampagne He-for-She ©UN Women

Gleichberechtigung in Europa und in Deutschland

Der Blick auf die EU und auf Deutschland zeigt, dass für eine wirkliche Gleichberechtigung überall auf der Welt noch Handlungsbedarf besteht. Der aktuelle Fortschrittsbericht der Europäischen Frauenlobby (EWL) beurteilt die Situation in Aufsichtsräten von insgesamt elf EU-Ländern anhand gesetzlicher und freiwilliger Maßnahmen für die Frauenquote seit Ende 2011. Der Bericht ist Teil der Beijing+20 Aktivitäten, die die Umsetzung der 12 Kapitel der Pekinger Aktionsplattform auf ihre Umsetzung betrachten und in diesem Bericht den Bereich „Frauen in Entscheidungspositionen“ überprüfen. Nach den Bewertungskriterien der EWL liegt Deutschland mit 22 % Quotenregelung und dem Quotengesetz über dem EU-Durchschnitt. Allerdings kritisiert der Deutsche Frauenrat die 2016 in Kraft tretende 30 %-Quote für Aufsichtsratsmitglieder als ungenügend und fordert hingegen gesetzliche Regelungen für alle Unternehmen.

  • COP23 Klimaschutz (SDG 13) Veranstaltungsbericht Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5)

    Jugendklimakonferenz COY13

    Teilnehmende der COY13 (Foto: COY13)

    Vom 2. - 4. November 2017 hat in Bonn die 13. Jugendklimakonferenz (COY13) stattgefunden. Über 1.300 junge Menschen aus über 100 Ländern tauschten sich über ihre Erfahrungen mit dem Klimawandel aus und diskutieren über Lösungsansätze für den Klimawandel, Klimagerechtigkeit für zukünftige Generationen, nachhaltige Entwicklung und ihre Erwartungen an die anstehende UN-Klimakonferenz (COP23). Die DGVN hat sich mit mehreren Workshops beispielsweise zu Gendergerechtigkeit und Klima sowie Hintergrundgesprächen an der Konferenz beteiligt.

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  • Deutschland & die Agenda 2030 Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5) Gute Gesundheitsversorgung (SDG 3) Klimaschutz (SDG 13) Reduzierte Ungleichheiten (SDG 10) Verantwortungsvoller Konsum (SDG 12) Erneuerbare Energie (SDG 7) Wasser und sanitäre Einrichtungen (SDG 6)

    Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – ein Paradigmenwechsel?

    Soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und in­ternationale Verantwortung sind Leitprinzipien, an denen sich politisches Handeln ausrichten muss. Die Deutsche Nachhaltigkeits-strategie ist dazu ein wichtiger Schritt. Für eine konsequente Umsetzung der Agenda 2030 in und durch Deutschland ist sie aus Sicht der Organisation Women Engage for a Common Future (WECF) allerdings noch keine hinreichende Grundlage. WECF fordert deshalb die neue Bundesregierung auf, die Nachhaltigkeitsstrategie kohärent und ressortübergreifend weiterzuentwickeln, damit nachhaltige Entwicklung und Geschlechtergerechtigkeit ohne weitere Verzögerung ermöglicht und eingeleitet wird.

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  • Terrorismus Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5)

    Frauen, Männer und Extremismus

    © UN Women/Christopher Herwig

    Gewaltbereiter Extremismus nimmt zu. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts stieg die Zahl der Todesopfer um fast das Neunfache: von 3.329 im Jahr 2000 auf 29.296 im Jahr 2015. Deshalb erklärte der neue VN-Generalsekretär die Extremismus- und Terrorismusprävention zu einem Schwerpunkt seiner Amtszeit. Im März schlug Guterres den Mitgliedstaaten im Rahmen der VN-Counter-Terrorism-Strategie die Gründung des neuen „Office of Counter-Terrorism“ vor; Extremismusprävention nimmt hierbei einen prominenten Platz ein. Unsere Autorin Kristina Lunz argumentiert, dass Geschlechterdynamiken dekonstruiert werden müssen, um Extremismus vollständig zu verstehen. Denn erst dann kann in einem zweiten Schritt nachhaltige Präventionsarbeit geleistet werden.

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  • DGVN-Nachrichten UN-Aktuell Frauenrechte Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5)

    Die DGVN-Jugendbeobachterinnen bei der 61. UN-Frauenrechtskommission und dem Jugendforum

    Die Jugendbeobachterinnen der DGVN mit UN Assistant Secretary-General und Deputy Executive Director von UN Women Lakshmi Puri

    Dieses Jahr schickte die DGVN erstmalig zwei Jugend-beobachterinnen zur 61. Frauenrechts-kommission und zum vorgeschalteten Jugendforum. Als Jugendvertreterinnen wurden Tiaji Sio und Eva Ritte für eine Woche nach New York geschickt. Sie berichten von ihren Erlebnissen.

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  • Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5) Menschenrechte & Ökologie Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung (SDG 8) Ziele für nachhaltige Entwicklung/Agenda 2030

    Chancen und Gefahren für Frauen in der Tourismusbranche

    Eine Gruppe von Frauen des Globalen Südens trägt Gegenstände auf ihren Köpfen.

    Frauen machen die Betten in Londoner Hotelzimmern, Frauen verkaufen die Souvenirs auf Nairobis Straßen, Frauen schrubben die Böden in Buenos Aires' Bars: Mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer arbeiten weltweit in der Tourismusbranche. Besonders in wirtschaftlich schwächeren Ländern ist diese oft die Hauptmöglichkeit, Geld zu verdienen. Frauen profitieren davon jedoch nicht immer.

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  • Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5) Ziele für nachhaltige Entwicklung/Agenda 2030 Menschenrechte & Ökologie Katastrophen

    Klimagerechtigkeit und Geschlecht: Warum Frauen besonders anfällig für Klimawandel & Naturkatastrophen sind

    © Mongkhonsawat Luengvorapant/Oxfam

    Was die Flut den Frauen angetan hat, zeigt eine schreckliche Zahl: Vier Mal so viele Frauen wie Männer riss der Tsunami in Südostasien 2004 mancherorts in den Tod. Naturkatastrophen unterscheiden nach Geschlecht. Die globale Erderwärmung und der von Menschen verursachte Klimawandel führen dazu, dass sie immer häufiger auftreten. Weltweit sind Frauen stärker vom Klimawandel betroffen als Männer. Besonders verheerend ist das in ländlichen Regionen des Globalen Südens.

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  • Meinung Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung (SDG 8) Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5)

    Myanmar – reiches Land mit armen Menschen

    Kommiteegebäude des neuen Parlaments (© Gabriele Köhler)

    In diesem Monat reisten DGVN-Mitglieder zu einer Studienreise nach Myanmar – ein Land, das wegen seiner mutigen Schritte hin zur Demokratie derzeit oft im Blickfeld von Medien und politischer Diskussionen ist. Anlässlich des Besuchs von Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier nach Maynmar in dieser Woche, kommentiert unser Vorstandsmitglied und Studienreisen-Teilnehmerin Gabriele Köhler Herausforderungen und Chancen in dem Land und weist auf die Notwenmdigkeit einer Umverteilungspoltikm hin, um die weiterhin verbreitete Armut zu bekämpfen.

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  • Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5) Zivilgesellschaft Nahost UN-Aktuell

    Israels Grenzgängerin: Ein Portrait der israelischen UN-Jugenddelegierten

    Rasha Athamni auf dem Jerusalemer Markt

    Sie ist jung, arabisch und kämpft. Kein Einzelfall in Israel. Doch Rasha Athamni führt einen besonderen Kampf - ohne Messer, Waffen, Anfeindungen. Sie kämpft für den jüdischen Staat. Als Araberin. Ihr Heimatland will sie gleichberechtigt mitgestalten, auch beruflich. Als erste arabische Botschafterin möchte sie Israel in der Welt vertreten. Es passt zu ihr, das Leben als Grenzgängerin. Denn Grenzen im eigenen Land überwindet sie schon jetzt.

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  • Menschenrechte & Entwicklung Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5) Konflikte & Brennpunkte Friedenssicherung Menschliche Sicherheit Frauenrechte Sicherheitsfragen & Menschenrechte

    Feminist Foreign Policy – für ein neues Paradigma für nachhaltigen Frieden?

    © UN Photo/Martine Perret

    Terror, Konflikte und zunehmender Nationalismus - auch 2016 kommt die Welt nicht zur Ruhe. Was ist radikal genug um traditionelle Außenpolitik zu transformieren und nachhaltigen Frieden weltweit zu fördern? Kristina Lunz argumentiert in einem Meinungsbeitrag, dass internationale Politik feministischer werden muss. Die Wahl Schwedens, dessen Außenministerin Margot Wallström eine ‚feminist foreign policy’ verkündet hat, in den UN-Sicherheitsrat sieht sie als ein Zeichen der Hoffnung.

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  • Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5) Frauenrechte

    Platz für alle? Gleichberechtigung im öffentlichen Raum

    © UN Women: Violence must end.

    Silvester in Köln wurde sie sichtbar. Sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum. In vielen Ländern erreicht sie nicht die Schlagzeilen, aber den Alltag vieler Frauen. Sei es auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Wasserstellen, in Parks – vielerorts fühlen sich Mädchen und Frauen nicht sicher vor sexualisierter Gewalt. Dabei ist ihr einziges „Vergehen“: Sie bewegen sich im öffentlichen Raum. Das Gesicht der Gewalt ist vielseitig: verbale Belästigungen zählen genauso dazu wie körperliches Bedrängen, Vergewaltigungen bis hin zu Femiziden, der Ermordung von Frauen aufgrund ihrer Geschlechtzugehörigkeit.

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  • Weitere Nachrichten im Archiv

Kampagne

Logo der Kampagne "Free the Forced"

Inmitten unserer Gesellschaft werden Ehen zwischen jungen Menschen gegen ihren Willen erzwungen. Die zwangsverheirateten Kinder und Frauen müssen meist bei den Familien der Ehemänner einziehen, leiden unter körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt, ausgeübt durch ihr familiäres Umfeld. Zwangsverheiratung ist eine eklatante Menschenrechtsverletzung und eine moderne Form der Sklaverei.

Mehr zu Zwangsverheiratung

Index der geschlechtsspezifischen Ungleichheit (GII)

Die wirtschaftlichen Chancen und die Teilhabe von Frauen sind in vielen Teilen der Welt weiterhin stark eingeschränkt. In Afrika südlich der Sahara sind die größten Einbußen an menschlicher Entwicklung auf geschlechtsspezifische Unterschiede im Bildungsbereich sowie auf hohe Müttersterblichkeit und hohe Geburtenziffern im Jugendalter zurückzuführen. Darauf weist der Bericht über die menschliche Entwicklung (HDR) 2011 hin.

Der Bericht beinhaltet einen speziellen Index der geschlechtsspezifischen Ungleichheit (Gender Inequality Index – GII), der reproduktive Gesundheit, die Schulbesuchsdauer, die Vertretung in Parlamenten und die Erwerbsbeteiligung berücksichtigt. Dieser Index wurde 2010 neu eingeführt.

Defizite bei der Geschlechtergleichheit

Der Human Development Index (HDI) ist eine Messzahl der Vereinten Nationen für den Entwicklungsstand eines Landes, der sich aus mehreren Indikatoren zusammensetzt. 0,8 - 1 gilt dabei als hoher, 0,5 - 0,8 als mittlerer und unter 0,5 als niedriger HDI-Wert. In allen Ländern mit niedrigem HDI-Wert besteht große geschlechtsspezifische Ungleichheit in mehreren Dimensionen. Von den 187 im GII erfassten Ländern 2013 wird der Niger als das Land mit der größten Ungleichheit eingestuft, gefolgt vom Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, der Tschad, Sierra Leone, Eritrea, Burkina Faso und Burundi. Auch in arabischen Staaten sind Frauen nicht gleichberechtigt am Erwerbsleben beteiligt (etwa die Hälfte des weltweiten Durchschnitts) und haben weniger Chancen auf Bildung. In Südasien bleiben Frauen in allen Dimensionen des GII hinter Männern zurück, vor allem in Bezug auf Bildung, ihre Vertretung in nationalen Parlamenten und ihre Beteiligung am Erwerbsleben.

Der Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung hat sich in den meisten Regionen verbessert, aber nicht genug, um Millenniums-Entwicklungsziel 5 (Verbesserung der Gesundheit von Müttern) zu erreichen. Zu den Indikatoren für die Zielvorgabe des allgemeinen Zugangs zu reproduktiver Gesundheitsversorgung zählen Geburtenhäufigkeit im Jugendalter, Schwangerschaftsfürsorge und der ungedeckte Bedarf an Familienplanung.

Die UN-Frauenrechtskonvention

Die Vertragsstaaten verurteilen jede Form von Diskriminierung der Frau; sie kommen überein, mit allen geeigneten Mitteln unverzüglich eine Politik zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau zu verfolgen

Artikel 2, Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau