Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

263 Millionen Menschen haben nur einen eingeschränkten Zugang zu Wasser. Sie brauchen mehr als 30 Minuten, um sich sauberes Trinkwasser zu beschaffen. Die Hauptlast der Wasserbeschaffung tragen Frauen und Mädchen. Die Verrichtung der Notdurft im Freien gehört für 892 Millionen noch immer zum Alltag und stellt weiter ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. 
Weltweit entfallen fast 70 Prozent der Wasserentnahme auf die Landwirtschaft, in einigen Entwicklungsländern sogar 95 Prozent. Gerade hier ist Wasserknappheit besonders problematisch.

Zu den genau definierten Unterzielen des sechsten Ziels für nachhaltige Entwicklung zählt beispielsweise „die Effizienz der Wassernutzung in allen Sektoren wesentlich zu steigern und eine nachhaltige Entnahme und Bereitstellung von Süßwasser zu gewährleisten, um der Wasserknappheit zu begegnen und die Zahl der unter Wasserknappheit leidenden Menschen erheblich zu verringern.

Steigender weltweiter Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch nimmt stetig zu. Im letzten Jahrhundert stieg er fast doppelt so schnell zu wie die Weltbevölkerung. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein grundlegendes Recht eines jeden Menschen und Voraussetzung für jede Form nachhaltiger Entwicklung ist. Doch die Wasserknappheit droht sich weiter zu verschärfen und künftig noch mehr Menschen zu treffen, insbesondere in Regionen, in denen das Wasser schon heute knapp ist. Dies wird durch den globalen Klimawandel weiter verstärkt.

Prognosen sagen einen weiteren drastischen Anstieg des Wasserverbrauchs bis zum Jahr 2050 voraus, insbesondere dort, wo das Bevölkerungswachstum ungebrochen anhält.

Klicken Sie auf das Bild, um sich den prognostizierten durchschnittlichen Wasserverbrauch verschiedener Weltregionen im Vergleich zum Basisjahr 2000 anzuschauen.
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Immer mehr Menschen benötigen Wasser für den häuslichen Bedarf (ca. 8% der Wassernutzung) und müssen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Neben der Landwirtschaft (ca. 70%) sind es vor allem wachsende Industrien (ca. 22%) und der zunehmende städtische Gebrauch, die den weltweiten Wasserverbrauch anschwellen lassen. Für die Nahrungsmittelproduktion wird 70-mal so viel Wasser benötigt wie für Essenszubereitung, Trinken und Hygiene.

Zwischen den wohlhabenderen Ländern beispielsweise in Europa und Nordamerika und Ländern insbesondere in Afrika, Teilen von Asien sowie Lateinamerika besteht große Ungleichheit bei der Wassernutzung - vor allem in der häuslichen Nutzung. Allein die Herstellung eines Hamburgers verschlingt im Verlauf der Produktionskette 11.000 Liter Wasser – diese Menge haben 500 Slumbewohner in einem Entwicklungsland an einem ganzen Tag zur Verfügung.

Klicken Sie auf das Bild, um sich den täglichen Durchscnittsverbrauch an Wasser in ausgewählten Ländern anzusehen.
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