Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Weltweit wuchs der Material-Fußabdruck der Menschheit zwischen 2000 und 2010 von 48,5 auf 69,3 Milliarden Tonnen. Pro Kopf unterschied sich dieser stark: In Ozeanien (insbesondere aufgrund Australiens) war er mit 35 Tonnen am höchsten, gefolgt von Europa und Nordamerika (20 Tonnen); in Subsahara-Afrika war er mit 2,5 Tonnen am niedrigsten. Fast alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sind Vertragspartei mindestens einer der globalen Übereinkünfte über Chemieabfälle und gefährliche Abfälle. Zwischen 2010 und 2014 kam jedoch ein Großteil der Vertragsparteien ihren entsprechenden Berichtspflichten nicht nach.

Zu den genauer definierten Unterzielen des zwölften Ziels für nachhaltige Entwicklung zählt beispielsweise, „die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und  Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten zu verringern“.

Nachhaltiger Konsum: Was können wir tun?

Konsum ist ein wesentlicher Teil des Wirtschaftsgeschehens. Unsere Art und Weise zu konsumieren kann daher ein erster Schritt sein, die Lebensbedingungen weltweit zu verbessern. Es kommt dabei nicht nur darauf an, dass Produkte und Konsumgüter ökologisch verträglich und sozial fair hergestellt wurden. Zusätzlich dazu zählt auch, wie ökologisch verträglich und sozial fair unsere Lebensweise ist. Brauchen wir wieder ein neues Handy? Muss es jeden Tag Fleisch geben? Ist unser Kaffee, unser Kakao, unsere Schokolade Fair- oder Direct-Trade? Wie wird die Baumwolle unserer Kleidung angebaut? Kann ich meine alte Jeans noch flicken? Wie verhalten sich die Konzerne, deren Produkte ich einkaufe?

Dass Erzeugungsweisen und Konsumverhalten zusammengehören, wird unter Betrachtung von Wertschöpfungsketten genauso deutlich wie angesichts von "Rebound-Effekten". "Rebound-Effekte" nennen sich Effizienzgewinne, beispielsweise bei energiesparenden Geräten, die sich aufgrund von gleichzeitig erhöhtem Konsum nicht in Energieeinsparungen niederschlagen. Dabei spielen auch moralische Grundfragen eine große Rolle: Was verstehen wir unter Verteilungsgerechtigkeit? Wie halten wir es mit dem Verursacherprinzip, also der Frage, ob die größten Umweltverschmutzer nicht auch für die entstehenden Schäden durch den Klimawandel aufkommen sollen? Wie treffend sind unsere gängigen Definitionen von Wohlstandsindikatoren? Gleichzeitig besteht jedoch hoher ökologischer und sozialer Handlungsdruck, das globale Wirtschaftssystem und damit auch das Konsumverhalten umzusteuern. Bewegungen wie die Transition Town-Bewegung, die Do-it-yourself-Kultur, die Urban Gardening- und Regio-Geld-Bewegung sowie Repair Cafés zeigen Wege hin zu in einem nachhaltigen Konsum. Sie zeigen zudem Lösungsansätze, um auf drängende gesellschaftliche Probleme wie Ressourcenüberlastung und -knappheit zu reagieren und negative Folgen des Klimawandels abzubremsen.

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Die Ziele für Nachhaltige Entwicklung